SV Titania Kruge e.V.
Stolz & Treu

Mittlerweile blickt unser Sportverein auf eine fast 90-jährige Geschichte zurück. In unserer Rubrik "Siegerstolz" wollen wir zukünftig goldene Momente der Titania Vergangenheit beleuchten und sie euch ein weiteres Mal in Erinnerung rufen. 



Jahr 1975 - Kreismeister Fussballkreis Bad Freienwalde


Relikt vergangener Tage: Die offizielle Kreismeister Urkunde


Als die Kruger Männermannschaft in das Spieljahr 1974/75 startete, hatten die Nationalmannschaften der BRD und der DDR gerade eine Weltmeisterschaft absolviert, welche für reichlich Furore sorgte. Mit dem Tor von Sparwasser besiegelte die DDR ihren Erfolg gegen den vermeintlichen Klassenprimus und die BRD durfte sich nach dem abschließenden Finalsieg gegen die Niederlande sogar als Titelträger küren lassen. Und auch die Traktoristen aus Kruge brachen in dieser Saison zu großen Zielen auf. Schenkte man den Kreismeistertitel im Vorjahr erst auf der Zielgeraden an die SG Empor Thöringswerder ab, wollte man im Jahr 1975 zwingend die Meisterschaft in den Händen halten.

Und das gelang letztendlich bravourös! Ungeschlagen und mit lediglich einem Unentschieden sicherte sich unsere Elf den Titel in der Männerkreisklasse vor der BSG Traktor Beiersdorf. Grund genug für unseren Sektionsleiter Dieter Süßbier, um einen passenden Artikel für die lokale Presse zu verfassen.



Original Artikel aus der Zeitung "Neuer Tag" vom 27.05.1975 zum Kreismeistertitel unserer Mannschaft

Quelle: Oderlandmuseum Bad Freienwalde



Dieter Süßbier, unser heutiger Sektionsleiter, erinnert sich: "Ich weiß noch, dass wir im Vorjahr nur knapp Vizemeister geworden sind. Gerade die Städte wie Bad Freienwalde und Wriezen hatten zum damaligen Zeitpunkt starke Vertretungen. Selbst kleine Dörfer wie Leuenberg und Wölsickendorf konnten damals noch Mannschaften stellen. Wir waren bis dahin noch nie Kreismeister geworden, 1975 haben wir es dann geschafft. In den Jahren 1977 und 1989 konnten wir das Ganze nochmal wiederholen."



Gestern wie heute: Auch 1975 werden die kommenden Spiele der Kruger per Plakat angekündigt 








Jahr 2016 - Meister 2. Kreisklasse Fussballkreis Oberhavel/Barnim


Aufstiegsparty im Kruger Kulturhaus nach einem 4:1-Erfolg beim SV Blau-Weiß Hirschfelde

Motto: "Nach 20 Jahren in der untersten Liga ... endlich wieder Staffelsieger!"


Wir schreiben das Jahr 2013. Die Kruger Männermannschaft hat soeben die Spielzeit in der 2. Kreisklasse im Fussballkreis Märkisch-Oderland, nach 16 Niederlagen aus 20 Begegnungen, auf dem letzten Tabellenplatz abgeschlossen. Aufgrund der geplanten Strukturreform steht der Wechsel in den Fussballkreis Barnim und eine ungewisse Zukunft bevor.

3 Jahre später hallt es "Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey hey ..." durch die Kruger Kabine und die Titania Elf verlässt mit dem Aufstieg in die 1. Kreisklasse erstmals seit 20 Jahren wieder das Unterhaus.

Alles andere als ein leichtes Unterfangen. Lieferte man sich doch lange Zeit mit der SG Minerva Zerpenschleuse ein Kopf an Kopf Rennen und übernahm erst am 15. Spieltag, nach einem Auswärtssieg beim SV Rot-Weiß Werneuchen II, erstmals die Tabellenführung (siehe Spielbericht).



Spielbericht vom 12.03.2016 aus Sicht des SV Titania Kruge zur Auswärtspartie beim SV Rot-Weiß Werneuchen II

Quelle: Homepage SV Titania Kruge

Am 15. Spieltag gastierte unsere Männermannschaft beim SV Rot-Weiß Werneuchen II. Nach dem die Titanen den Rückrundenauftakt, in der Partie gegen den SV Grün-Weiß Niederfinow, erfolgreich gestalten konnten, wollte die Elf von Trainer Prüßing nun auch im Auswärtsspiel bei den spielstarken und erfahrenen Werneuchnern punkten. Dabei hatte der SVT eine hohe Hürde zu meistern, denn bereits beim 2:2 im Hinspiel bewiesen die Rot-Weißen, dass sie ein unangenehmer Gegner sind. Auf Gastgeberseite hatte man vor der Begegnung mit Personalsorgen zu kämpfen. Ganz anders sah es bei den Krugern aus. Sie reisten mit einem gut besetzten Kader nach Werneuchen. Zudem gab Paul Franke bei den Titanen sein Pflichtspieldebüt und stand erstmals in der Startelf.

Beide Mannschaften starteten zunächst recht verhalten in die Partie und waren darauf bedacht, keine Fehler zu verursachen und den Gegner dadurch ins Spiel zu bringen. Nach einer kurzen Abtastphase waren es die Hausherren, die sich offensiv in Szene setzten und die erste Tormöglichkeit des Spiels verzeichnen konnten. Dabei setzte sich Heinick am linken Strafraumeck gegen Titanias Verteidigung durch und suchte im Anschluss den direkten Torabschluss. Auch wenn die Rot-Weißen bereits den Torschrei auf den Lippen hatten, strich Heinicks Schuss am linken Pfosten vorbei und verfehlte das Kruger Gehäuse. Durchaus ein erstes Achtungszeichen, welches den Gastgebern scheinbar Mut für weitere Angriffsversuche gab, denn bereits wenig später bot sich den Werneuchnern die nächste Torgelegenheit. Dieses Mal war es Dreger, dessen Sololauf die SVT-Hintermannschaft nicht stoppen konnte. Doch auch sein abschließender Schussversuch blieb erfolglos und fand sich letztendlich am Außennetz wieder. Auf der Gegenseite war von den Gästen bis dato nur wenig zu sehen. Zwar war die Prüßing-Elf im Spielaufbau sichtlich bemüht Ideen zu entwickeln, dennoch waren Torraumszenen Mangelware und vieles blieb am Ende Stückwerk. In der 15. Spielminute sorgte dann eine Standardsituation für den verdienten Führungstreffer der Heimelf. Nach dem die Kruger einen Freistoß von Lüdeke nur ungenügend klären konnten, landete der Abpraller bei Buchholz, der die Kugel aus Nahdistanz über die Torlinie drückte und somit das 1:0 erzielte. Nach dem Torerfolg veränderten die Hausherren ihre taktische Ausrichtung und verlagerten ihr Spiel vorwiegend auf Konter. Die Titanen waren nun gezwungen das Spiel zu machen, wobei man sich schwer tat, einen Weg durch die dicht gestaffelte Werneuchner Hintermannschaft zu finden. Die erste Kruger Möglichkeit ergab sich schließlich nach einer Standardsituation. Ein Eckball von Groh fand in Derwanz einen Abnehmer, aber sein anschließender Kopfball sorgte letztendlich nur für wenig Gefahr. In der Folgezeit hatte die Begegnung nur selten Höhepunkte zu bieten. Im Minutentakt versuchten die Gäste das rot-weiße Abwehrbollwerk zu durchbrechen. Dieses Unterfangen scheiterte jedoch häufig und verursachte immer wieder Ballverluste, die im Anschluss zu Kontersituationen für die Werneuchner führten. Doch auch diese blieben durchweg harmlos. Somit dauerte es bis zur 35. Spielminute bis ein Kopfball von Papenfuß für den nächsten Aufreger sorgte. Nach einer starken Kombination zwischen Franke und Neumann auf der rechten Außenbahn, brachte Letzterer den Ball hoch vor das Tor der Gastgeber. Dort stand Papenfuß goldrichtig und köpfte das Leder per Aufsetzer auf das gegnerische Gehäuse. Als alle bereits mit einem Torerfolg rechneten, kratzte Schlussmann Ast den Ball noch aus dem Winkel und verhinderte mit dieser starken Rettungstat den Kruger Ausgleichstreffer. Es sollte die letzte nennenswerte Szene des ersten Durchgangs bleiben und somit ging es mit einem Spielstand von 1:0 in die Halbzeitpause.

Mit der Einwechslung von J. Papenfuß für Franke brachten die Titanen zur zweiten Halbzeit frische Kräfte ins Spiel. Zudem richteten die Gäste ihre Formation fortan offensiver aus, um mehr Druck auf das gegnerische Tor zu erzeugen. Diese taktische Änderung war direkt nach Wiederbeginn von Erfolg gekrönt. Nach dem die Rot-Weißen den Ball zu ihrem Keeper Ast zurückgespielt hatten, wurde dieser von Kruges Stürmer Stegemann attackiert. Ast überschätzte dabei wohl seine fussballerischen Fähigkeiten und verlor die Kugel im Zweikampf an Stegemann, der den Ball schließlich zum 1:1 über die Torlinie schob. Damit war der SVT zurück im Spiel und durfte sich wieder berechtigte Hoffnungen auf einen Auswärtssieg machen, denn auch in den folgenden Spielminuten waren es die Titanen, die das Spielgeschehen bestimmten. Die Elf von Trainer Prüßing überzeugte mittlerweile durch starkes Kombinationsspiel und eine enorme Zweikampfstärke. Um so überraschender war es dann, dass die Hausherren in der 55. Spielminute zur erneuten Führung trafen. Nach dem die Werneuchner in Höhe des gegnerischen Sechzehners einen Einwurf zugesprochen bekamen, führten sie diesen schnell aus. Der Einwurf fand letztendlich den aufgerückten Dreger, welcher das Leder per Direktabnahme von der Strafraumgrenze zum 2:1 ins Tor hämmerte. Doch es spricht für die Kruger, dass sich die Mannschaft auch nach diesem Rückschlag wieder aufbäumte und direkt an das gute Offensivspiel der Anfangsminuten anknüpfte. Dabei kam man über die Außenbahnen immer wieder gefährlich vor das gegnerische Tor. In der 60. Spielminute ersetzten die Titanen Rechtsverteidiger Wirt durch Stiffel und versuchten auch somit nochmals neue Impulse zu setzen. Nach 65 Spielminuten führte dann ein mustergültiger Kruger Angriff zum erneuten Ausgleichstreffer. Einen Doppelpass mit J. Papenfuß leitete Groh abschließend mit dem Kopf auf Stegemann weiter. Dieser ließ sich wiederum nicht bitten und markierte aus spitzem Winkel das 2:2. Nun besaß der SVT deutlich die Oberhand und war drauf und dran die Partie zu drehen. In der 72. Spielminute verpasste Neumann den Kruger Führungstreffer, als er nach gutem Zuspiel von Petzold am herauslaufenden Torhüter Ast scheiterte. Eine Elfmetersituation sollte in der 75. Spielminute schließlich zum überfälligen 3:2 aus Kruger Sicht führen. Nach dem den Titanen der Elfmeter bei einem Foulspiel von Werneuchens Buchholz an Neumann noch verwehrt blieb, entschied der Unparteiische Schmidt in der nächsten Szene auf Strafstoß. Dieses Mal kam Petzold im Strafraum zu Fall, wobei die Aktion des Werneuchner Verteidigers wohl nicht unbedingt regelwidrig war. Viel mehr war es wohl eine Konzessionsentscheidung von Schiedsrichter Schmidt, die zu diesem Foulelfmeter führte. Bei den Titanen trat Libero Derwanz an den Punkt. Sein schwacher Strafstoß konnte allerdings von Schlussmann Ast abgewehrt werden. Glück für Titania, dass sich E. Papenfuß handlungsschnell zeigte und den Ball im Nachschuss im gegnerischen Kasten unterbrachte. Natürlich herrschte nun großer Jubel bei den Gästen, die in den folgenden Spielminuten gleich mehrfach die Gelegenheit hatten, die Partie endgültig zu entscheiden. Zunächst war es ein Flankenversuch von E. Papenfuß, der gegen den Querbalken klatschte und wenig später spielten die Kruger ihre Kontersituationen schlecht aus, sodass die Hausherren in den Schlussminuten nochmals zu ihren Möglichkeiten kamen. Doch die Schussversuche von Dreger verfehlten ihr Ziel dann letztendlich doch deutlich. Die Einwechslung von Michalski für Stegemann auf Kruger Seite nahm noch etwas Zeit von der Uhr. Somit blieb es beim 3:2 für die Titanen, die sich diesen Sieg durch eine enorme Leistungssteigerung im zweiten Spielabschnitt absolut verdienten und weitere wichtige drei Punkte einfahren konnten.


Aufstellung: Schwarz - Wirt (60. Min. Stiffel), Derwanz, Belack - Franke (46. Min. J. Papenfuß), Petzold, Peschke, E. Papenfuß, Groh - Stegemann (89. Min. Michalski), Neumann


Tore: 1:0 Buchholz (15. Min.), 1:1 Stegemann (48. Min.), 2:1 Dreger (55. Min.), 2:2 Stegemann (65. Min.), 2:3 E. Papenfuß (75. Min.)


Bilder der Partie:



Thomas Groh, Spielmacher der Aufstiegself, erinnert sich: "Der Aufstieg zählt neben einigen anderen zu meinen persönlichen Highlights. Schon in der Jugend war es unser Ziel einmal mit Titania aufzusteigen."

Patrick Peschke, Titania Mitglied seit frühester Jugend und Spieler der Männermannschaft, erinnert sich: "Der Aufstieg bedeutet mir persönlich sehr viel und vor allem Teil davon gewesen zu sein. Ich habe es immer als Traum und Ziel gehabt, einmal aufzusteigen und eine riesen Aufstiegsfeier zu machen. Dies hatte sich in diesem Jahr erfüllt und darauf bin ich mächtig stolz, dass wir dies geschafft haben. Am Anfang der Saison hat keiner von uns den Gedanken an einen Aufstieg verschwendet. Wir hatten schwierige Jahre hinter uns. Ob es Spielermangel war oder auch schlechte Leistungen und Ergebnisse. Es stand schon die Frage im Raum, ob wir die Mannschaft abmelden. Sogar eine Fusion mit Beiersdorf wurde angesprochen. Aus damaliger und aus heutiger Sicht ist es zum Glück dazu nicht gekommen. Wir sind gut in die Saison gestartet und mit zunehmender Zeit und positiven Ergebnissen stieg auch das Selbstvertrauen. Wir haben uns dann nach der Winterpause einen Vorsprung erarbeitet und diesen auch nicht mehr hergegeben."


Aufstiegshelden:

Hinten: Trainer Prüßing, Stiffel, Riethling, Schwarz, Weinknecht, Wirt, J. Papenfuß, Wieland, Franke, Derwanz (v.l.n.r)

Vorne: Groh, Petzold, Belack, Müller, Gallert, Stegemann, E. Papenfuß, Neumann, Peschke (v.l.n.r)







Jahr 1993 - Kreispokalsieger KFV Oberbarnim


Da ist das Ding: Spielführer Harald Müller reckt den Siegerpokal in die Höhe


Hätte die Kruger Elf, die 1993 den Kreispokal für unseren Verein gewann, gewusst für welch' lange Zeit es der vorerst letzte Erfolg für die Titanen sein würde, hätte sie wohl noch ausgiebiger gefeiert, als sie es eh schon tat. Schließlich sollte die Männermannschaft mit dem Pokalsieg 1993 ihren Zenit erreicht haben. In den folgenden Jahren erlebte der Verein eine Talfahrt, die Ende der 90er Jahre sogar im Abstieg in die Kreis- und somit unterste Spielklasse mündete. Es folgten schwere Jahre, wobei die Titanen erst 2016 das Unterhaus wieder verließen.

Umso schöner ist es fast 30 Jahre später auf diesen Erfolg zurückzublicken. In einem hart umkämpften Finale, welches auf der Sportanlage in Altranft stattfand, setzte sich unsere Mannschaft mit 2:1 und durch einen Last-Minute-Treffer von Röske gegen das Kreisklasse-Team vom MTV Altlandsberg durch. Leider weilen zwei Kruger Sportfreunde nicht mehr unter uns. Doch mit dem Kreispokalsieg 1993 haben sie etwas bleibendes für unseren Verein hinterlassen.



Original Artikel aus der Märkischen Oderzeitung vom 08.06.1993 zum Kreispokalsieg unserer Mannschaft

Quelle: Oderlandmuseum Bad Freienwalde




Waldi Wirt, der auch heute noch in der Männermannschaft aktiv ist und damals als Zuschauer vor Ort war, erinnert sich: "Auf dem Platz in Altranft war es brütend heiß, kein Schatten nichts. Werner im Tor hat an dem Tag auch klasse gehalten. Nach dem Sieg sind wir nach Krummenpfahl in die Kneipe gefahren und haben noch schön geknallt."

Mike Prüßing, damaliger Spieler und Trainer unser heutigen Männermannschaft, erinnert sich: "Röske wollte nach dem Siegtreffer zum 2:1 vor Freude sein Trikot ausziehen. Dabei stand ihm leider sein eigener Bauch im Weg und die Aktion ging schief."

Volker Obst, ebenfalls damaliger Spieler und unser heutiger Präsident, erinnert sich: "Ich weiß nicht mehr wer das erste Tor geschossen hat, aber das Siegtor hat Mike "Benno" Röske mit dem Schädel nach einer Ecke am kurzen Pfosten reingedrückt. Er wurde vorher noch eingewechselt und ist nach dem Tor abgegangen wie ein Zäpfchen. Wir sind dann zur Feier geschlossen in Krummenpfahl bei Rainer und Angie eingerückt."


Die Siegerelf:

Hinten: Müller, Hölzer, Waga, Lichtenberg, Röske, Deininger (v.l.n.r)

Vorne: Monczka, Prüßing, Dahme, Schwarz, Fieleke, Obst, Giese, Mühlenhaupt (v.l.n.r)







Jahr 1964 - Pokalsieger "Goldener Traktor"


Kreisklasse schlägt Bezirksklasse: Die Traktor Siegerelf aus dem Jahre 1964


Um diesen Erfolg der damaligen Kruger Mannschaft, die 1964 unter dem Vereinsnamen "Traktor" Kruge auflief, einordnen zu können, ist vorab sicher eine Erläuterung zum Hintergrund dieses Wettbewerbs notwendig. Wenngleich der Titel des Pokalausscheides in der heutigen Zeit eher nach Spaßveranstaltung klingt, besaß der Wettkampf in der Deutschen Demokratischen Republik eine hohe Bedeutung und blickt folgerichtig auf eine lange Tradition zurück.

Der Goldene Traktor war ein in der DDR ausgetragener Fußballwettbewerb für Mannschaften, die einen Bezug zur Land- und Forstwirtschaft hatten ("Traktor"). Der Wettbewerb wurde von der Gewerkschaft Land, Nahrungsgüter und Forst anlässlich der Gründung der Sportvereinigung Traktor am 18. März 1951 gestiftet und bis 1989 ausgetragen.

1964 gelang es unserer Mannschaft, durch einen 2:1-Erfolg gegen den Favoriten Traktor Neuenhagen, zum ersten und einzigen Mal den Titel nach Kruge zu holen. Im Kader der Siegerelf befand sich unter anderem auch unser heutiger Sektionsleiter Fussball Dieter Süßbier.



Original Artikel zum Erfolg unserer Mannschaft im Pokalwettbewerb "Goldener Traktor"


"Goldener Traktor" fuhr nach Kruge


Traktor Neuenhagen - Traktor Kruge 1:2 (1:1)

Am Sonntag erlebte Falkenberg das Pokal-Endspiel um den "Goldenen Traktor". Trotzdem der Bezirksklassenvertreter aus Neuenhagen klarer Favorit in diesem Spiel war, kam es auf Grund eines guten Kampfgeistes der Traktoristen aus Kruge zu einem Sieg der Kreisklassenmannschaft. Um es vorweg zu nehmen, Kruge hat verdient gewonnen, wobei der Sieg noch weit höher ausfallen hätte können, wenn die Stürmer aus Kruge nicht so nervös gewesen wären.


Bereits in den ersten 15 Minuten hatten die Stürmer aus Kruge drei sichere Gelegenheiten. In dieser Zeit sowie im weiteren Spielverlauf zeigte sich, dass die Neuenhagener kein Rezept fanden, um den Gegner ernsthaft zu gefährden. Selbst die Neuenhagener Spielmacher, die Gebrüder Daniel, konnten nicht überzeugen. Als in der 80. Minute der Mittelstürmer aus Kruge das 2:1 schoss, war der Pokal-K.O. für Neuenhagen besiegelt.


Es wäre verfehlt, einen Spieler aus Kruge besonders zu erwähnen, denn alle elf Sportfreunde zeigten eine gute kollektive Leistung. Zur Begrüßung beider Mannschaften wartete Traktor Kruge mit einer schönen und sportlichen Geste auf. Der Mannschaftskapitän überreichte der gegnerischen Mannschaft einen Blumenstrauß. Hoffentlich werden wir in Zukunft so etwas recht oft von unseren Fußballern zu sehen bekommen. Warum hat Neuenhagen nicht ebenfalls dergleichen vorbereitet? Hat man seinen Endspielpartner nicht ernst genommen?


Den Traktoristen aus Kruge, die auch Sympathie beim Publikum fanden, gilt unser herzlicher Glückwunsch. Sie haben es in der Geschichte dieser Pokalspiele erstmalig fertiggebracht, als Mannschaft der Kreisklasse diesen schönen Pokal zu erringen. Wir wünschen ihnen für die weiteren Spiele im Bezirksmaßstab viel Erfolg, damit sie auch unseren Kreis würdig vertreten.



In Gold und Silber: Die Trophäe für die Endspielteilnehmer


Dieter Süßbier, unser heutiger Sektionsleiter, erinnert sich: "Das Finale fand in Falkenberg statt. Neuenhagen dachte, sie haben den Titel schon im Sack. Die wollten ein Schützenfest gegen uns feiern. Neuenhagen hat damals in der Bezirksklasse gespielt und galt als klarer Favorit. Aber wir waren keine schlechte Truppe. Unter anderem mit Günther Lukas. Am Ende war es ein verdienter Sieg. Eine schöne Zeit!"