SV Titania Kruge e.V.
Stolz & Treu

Mittlerweile blickt unser Sportverein auf eine fast 90-jährige Geschichte zurück. In unserer Rubrik "Siegerstolz" wollen wir zukünftig goldene Momente der Titania Vergangenheit beleuchten und sie euch ein weiteres Mal in Erinnerung rufen. 



Jahr 1993 - Kreispokalsieger KFV Oberbarnim


Da ist das Ding: Spielführer Harald Müller reckt den Siegerpokal in die Höhe


Hätte die Kruger Elf, die 1993 den Kreispokal für unseren Verein gewann, gewusst für welch' lange Zeit es der vorerst letzte Erfolg für die Titanen sein würde, hätte sie wohl noch ausgiebiger gefeiert, als sie es eh schon tat. Schließlich sollte die Männermannschaft mit dem Pokalsieg 1993 ihren Zenit erreicht haben. In den folgenden Jahren erlebte der Verein eine Talfahrt, die Ende der 90er Jahre sogar im Abstieg in die Kreis- und somit unterste Spielklasse mündete. Es folgten schwere Jahre, wobei die Titanen erst 2016 das Unterhaus wieder verließen.

Umso schöner ist es fast 30 Jahre später auf diesen Erfolg zurückzublicken. In einem hart umkämpften Finale, welches auf der Sportanlage in Altranft stattfand, setzte sich unsere Mannschaft mit 2:1 und durch einen Last-Minute-Treffer von Röske gegen das Kreisklasse-Team vom MTV Altlandsberg durch. Leider weilen zwei Kruger Sportfreunde nicht mehr unter uns. Doch mit dem Kreispokalsieg 1993 haben sie etwas bleibendes für unseren Verein hinterlassen.



Original Artikel aus der Märkischen Oderzeitung vom 08.06.1993 zum Kreispokalsieg unserer Mannschaft

Quelle: Oderlandmuseum Bad Freienwalde




Waldi Wirt, der auch heute noch in der Männermannschaft aktiv ist und damals als Zuschauer vor Ort war, erinnert sich: "Auf dem Platz in Altranft war es brütend heiß, kein Schatten nichts. Werner im Tor hat an dem Tag auch klasse gehalten. Nach dem Sieg sind wir nach Krummenpfahl in die Kneipe gefahren und haben noch schön geknallt."

Mike Prüßing, damaliger Spieler und Trainer unser heutigen Männermannaschaft, erinnert sich: "Röske wollte nach dem Siegtreffer zum 2:1 vor Freude sein Trikot ausziehen. Dabei stand ihm leider sein eigener Bauch im Weg und die Aktion ging schief."

Volker Obst, ebenfalls damaliger Spieler und unser heutiger Präsident, erinnert sich: "Ich weiß nicht mehr wer das erste Tor geschossen hat, aber das Siegtor hat Mike "Benno" Röske mit dem Schädel nach einer Ecke am kurzen Pfosten reingedrückt. Er wurde vorher noch eingewechselt und ist nach dem Tor abgegangen wie ein Zäpfchen. Wir sind dann zur Feier geschlossen in Krummenpfahl bei Rainer und Angie eingerückt."


Die Siegerelf:

Hinten: Müller, Hölzer, Waga, Lichtenberg, Röske, Deininger (v.l.n.r)

Vorne: Monczka, Prüßing, Dahme, Schwarz, Fieleke, Obst, Giese, Mühlenhaupt (v.l.n.r)







Jahr 1964 - Pokalsieger "Goldener Traktor"


Kreisklasse schlägt Bezirksklasse: Die Traktor Siegerelf aus dem Jahre 1964


Um diesen Erfolg der damaligen Kruger Mannschaft, die 1964 unter dem Vereinsnamen "Traktor" Kruge auflief, einordnen zu können, ist vorab sicher eine Erläuterung zum Hintergrund dieses Wettbewerbs notwendig. Wenngleich der Titel des Pokalausscheides in der heutigen Zeit eher nach Spaßveranstaltung klingt, besaß der Wettkampf in der Deutschen Demokratischen Republik eine hohe Bedeutung und blickt folgerichtig auf eine lange Tradition zurück.

Der Goldene Traktor war ein in der DDR ausgetragener Fußballwettbewerb für Mannschaften, die einen Bezug zur Land- und Forstwirtschaft hatten ("Traktor"). Der Wettbewerb wurde von der Gewerkschaft Land, Nahrungsgüter und Forst anlässlich der Gründung der Sportvereinigung Traktor am 18. März 1951 gestiftet und bis 1989 ausgetragen.

1964 gelang es unserer Mannschaft, durch einen 2:1-Erfolg gegen den Favoriten Traktor Neuenhagen, zum ersten und einzigen Mal den Titel nach Kruge zu holen. Im Kader der Siegerelf befand sich unter anderem auch unser heutiger Sektionsleiter Fussball Dieter Süßbier.



Original Artikel zum Erfolg unserer Mannschaft im Pokalwettbewerb "Goldener Traktor"


"Goldener Traktor" fuhr nach Kruge


Traktor Neuenhagen - Traktor Kruge 1:2 (1:1)

Am Sonntag erlebte Falkenberg das Pokal-Endspiel um den "Goldenen Traktor". Trotzdem der Bezirksklassenvertreter aus Neuenhagen klarer Favorit in diesem Spiel war, kam es auf Grund eines guten Kampfgeistes der Traktoristen aus Kruge zu einem Sieg der Kreisklassenmannschaft. Um es vorweg zu nehmen, Kruge hat verdient gewonnen, wobei der Sieg noch weit höher ausfallen hätte können, wenn die Stürmer aus Kruge nicht so nervös gewesen wären.


Bereits in den ersten 15 Minuten hatten die Stürmer aus Kruge drei sichere Gelegenheiten. In dieser Zeit sowie im weiteren Spielverlauf zeigte sich, dass die Neuenhagener kein Rezept fanden, um den Gegner ernsthaft zu gefährden. Selbst die Neuenhagener Spielmacher, die Gebrüder Daniel, konnten nicht überzeugen. Als in der 80. Minute der Mittelstürmer aus Kruge das 2:1 schoss, war der Pokal-K.O. für Neuenhagen besiegelt.


Es wäre verfehlt, einen Spieler aus Kruge besonders zu erwähnen, denn alle elf Sportfreunde zeigten eine gute kollektive Leistung. Zur Begrüßung beider Mannschaften wartete Traktor Kruge mit einer schönen und sportlichen Geste auf. Der Mannschaftskapitän überreichte der gegnerischen Mannschaft einen Blumenstrauß. Hoffentlich werden wir in Zukunft so etwas recht oft von unseren Fußballern zu sehen bekommen. Warum hat Neuenhagen nicht ebenfalls dergleichen vorbereitet? Hat man seinen Endspielpartner nicht ernst genommen?


Den Traktoristen aus Kruge, die auch Sympathie beim Publikum fanden, gilt unser herzlicher Glückwunsch. Sie haben es in der Geschichte dieser Pokalspiele erstmalig fertiggebracht, als Mannschaft der Kreisklasse diesen schönen Pokal zu erringen. Wir wünschen ihnen für die weiteren Spiele im Bezirksmaßstab viel Erfolg, damit sie auch unseren Kreis würdig vertreten.



In Gold und Silber: Die Trophäe für die Endspielteilnehmer


Dieter Süßbier, unser heutiger Sektionsleiter, erinnert sich: "Das Finale fand in Falkenberg statt. Neuenhagen dachte, sie haben den Titel schon im Sack. Die wollten ein Schützenfest gegen uns feiern. Neuenhagen hat damals in der Bezirksklasse gespielt und galt als klarer Favorit. Aber wir waren keine schlechte Truppe. Unter anderem mit Günther Lukas. Am Ende war es ein verdienter Sieg. Eine schöne Zeit!"