SV Titania Kruge e.V.
Stolz & Treu



Es war die Schrecksekunde im Testspiel gegen die Spielgemeinschaft Oderberg/Lunow, als sich Daniel Wieland an der Achillessehne verletzte. Ob der Mittelfeldakteur nochmal auf den Platz zurückkehren wird, warum sein erstes Titania Spiel ein ganz besonderes war und wieso er bei Kruge unweigerlich auch an Weihnachtsfeiern denkt, erzählt er in unserem ausführlichen Interview.



Daniel, wie geht es dir derzeit gesundheitlich?


Danke der Nachfrage, aktuell geht es mir soweit ganz gut. Ich mache jede Woche kleine Fortschritte und werde Ende September damit beginnen, wieder ohne Gehhilfen laufen zu lernen. Es ist sehr mühselig sich einzugestehen, dass so eine Verletzung lange Zeit braucht um zu verheilen. Da habe ich schon einige Tage gebraucht, diesen Fakt mental zu verarbeiten.



Was ging dir unmittelbar nach der Verletzung durch den Kopf?


Mein erster Gedanke war: Wer grätscht mich bitte in einem Testspiel so von hinten um? Als ich realisierte, dass niemand in meiner Nähe war, wusste ich sofort es ist etwas mit der Achillessehne. Warum muss so etwas in einem Testspiel ohne Fremdeinwirkung passieren und wie lange brauche ich, um wieder fit zu werden? Ist meine berufliche Zukunft in Gefahr? Warum gerade ich? Es waren sehr viele Gedanken auf einmal in meinem Kopf. Zum Glück haben alle schnell und gut reagiert. So konnte ich noch am selben Tag operiert werden, was dem Heilungsprozess zu Gute kommt. An dieser Stelle nochmal ein Danke für alle Genesungswünsche und an Miguel (Anm. d. Red. Torhüter Weinknecht), der auf dem Platz noch meine Hand hielt (lacht).



Nun steht natürlich für viele die Frage im Raum, wird der Fussballplatz dich als Spieler nochmal wiedersehen?


Definitiv. Wenn alles nach Plan läuft, kann ich in der nächsten Saison für Titania wieder auf dem Platz stehen. Ab Februar 2022 darf ich laut Aussage meines Arztes wieder Sport treiben. Ein Einsatz unter Wettkampfbedingungen käme aber zu früh. Sollte irgendwas schief laufen und ich bin als Feldspieler nicht mehr zu gebrauchen, kann ich mich ja immer noch als Torwart bewerben und unseren anderen Keepern ein bisschen Dampf machen.



Wie unterstützt man sein Team am besten, wenn man nicht aktiv mitwirken kann?


Meiner Meinung nach ist dabei jegliche Form der Unterstützung hilfreich. Sei es durch aufmunternde Worte in der WhatsApp-Gruppe bis hin zur Unterstützung am Spielfeldrand. Ich denke jeder, der aktuell nicht auf dem Platz helfen kann, trägt seinen Teil abseits davon dazu bei, die Jungs in der Dieter-Süßbier-Arena und auswärts anzuspornen.



Was vermisst du in Bezug auf den Fussball bisher am meisten?


Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich hinsichtlich des Fussballs momentan noch nichts vermisse. Vielmehr bin ich damit beschäftigt, fast täglich zur Physiotherapie zu gelangen und widme mich mit voller Kraft der Genesung. Ich kenne mich aber nur zu gut und kann mit hundertprozentiger Sicherheit sagen: In ein bis zwei Monaten wird der Wunsch in mir wachsen, endlich wieder mit den verrückten Jummihunden auf dem Platz stehen und siegen zu wollen.



Wie beurteilst du, als derzeit Außenstehender, den Saisonstart deiner Elf?


Das ist in der momentanen Situation sehr schwer zu bewerten. Der Trainer ist mit der aktuellen Kadersituation nicht zu beneiden. Den Auftakt streichen wir alle mal aus unseren Köpfen. Das verbuche ich unter "erst kein Glück und dann auch noch Pech". Das zweite Ligaspiel kann dann schon eher ein Gradmesser gewesen sein. Sollte unsere personelle Situation weiterhin so kritisch bleiben, müssen wir uns an dem 2:2 messen. Das sind Spiele, die kannst du gewinnen, aber auch verlieren. Sollten wir bei den vermeintlich schwächeren Teams der Liga auswärts punkten und zu Hause eventuell einen Dreier einfahren, dann glaube ich fest an den Klassenerhalt. Es ist ja nicht so, dass wir keine Qualität in unserer Mannschaft haben. Da wird mit Sicherheit auch die ein oder andere Überraschung gelingen. 



Du bist bereits seit 2010 bei den Titanen. Es ist immer ungewöhnlich, wenn ein Falkenberger den Weg nach Kruge findet. Was hat dich zum SVT verschlagen und warum hat es dich dort seit dem stets gehalten?


Damals hat mich Christian Peschke (Anm. d. Red. ehemaliger Jugend- und Männerspieler der Titanen) nach Kruge gelotst. Zudem war ich mit vielen Spielern befreundet. In Falkenberg hab ich mich zwischen dem ein oder anderen einfach nicht wohl gefühlt. Daher fiel mir die Entscheidung sehr leicht. Wie das Schicksal es so wollte, hab ich mein erstes Tor für Titania dann direkt im ersten Spiel gegen Falkenberg geschossen. Der Ex-Kruger Mike "Achim" Riethling, der vor seiner Zeit bei Titania ebenfalls für Falkenberg spielte, miemte vor dem Spiel den Wahrsager und orakelte: "Heute machst du deine erste Bude!". Ich traf und wir haben 4:3 gewonnen.

Auch wenn ich in den mehr als zehn Jahren nicht unbedingt die meisten Spiele für Kruge absolviert habe (Anm. d. Red. 83 Pflichtspiele und 18 Tore seit 2010), war ich stets mit Leidenschaft dabei und habe mich immer wertgeschätzt gefühlt. Da ist es dann auch nicht verwunderlich, dass ich dem Verein treu geblieben bin und auch weiterhin treu bleiben werde. Ein Wechsel kam und kommt nicht in Frage.


Viele wissen, das du neben dem Fussball auch leidenschaftlich gerne Volleyball spielst. Warst du hier vor deiner Verletzung noch aktiv?


Ich war neben dem Fussball, bis auf ein Jahr Auszeit, immer im Volleyball aktiv, egal ob in der Halle oder beim Beachvolleyball. Selbst in der Woche vor meiner Verletzung war ich Dienstag beim Beachvolleyball in Berlin und Mittwoch beim Fussballtraining in Kruge.

Mein Bruder hat ja in diesem Format bereits einmal angedeutet, dass man durch den Volleyballsport durchaus Vorteile beim Kopfball Timing erzielen kann, da man ein sehr gutes Gefühlt hat, was Sprungkraft und die Flugkurve des Balles angeht.


Außerdem bist du abseits des Platzes vor allem für dein Talent als Vorsänger bekannt. Welche war deine bisher schönste Titania UFFTA?


Es freut mich, wenn die UFFTA Aktionen so gut ankommen! Speziell erinnere ich mich sehr gern an zwei Situationen: Die Aufstiegs-UFFTA war natürlich aufgrund des Ereignisses sehr besonders und ist daher auch immer sofort in Erinnerung. Zum Zweiten mochte ich die bei der Weihnachtsfeier 2018 sehr, da dort eine sehr ausgelassene Stimmung herrschte und jeder Titane aus voller Inbrunst mitmachte. Allgemein ist die UFFTA zur Weihnachtsfeier eine sehr schöne Tradition geworden.



Abschließend der Klassiker: Titania bedeutet für mich ... ?


Titania bedeutet für mich, scheißegal ob jung oder alt, was zählt ist der Zusammenhalt! (Anm. d. Red. Auszug aus dem Vereinslied des SV Titania Kruge)



Daniel, vielen Dank, dass du deine Ansichten mit uns geteilt hast. Wir wünschen dir eine sorgenfreie Genesung und dass du schnell wieder im Kruger Dress auf dem Spielfeld stehst!









Es ist zäh: das Warten auf den Wiederbeginn. Das diese Situation auch durchaus Vorteile mit sich bringt, findet Hans Mühlenhaupt. Warum der Juniorentrainer hin und wieder über Kruger Spieler den Kopf schüttelt, wieso er sich um den Schlaf von Thomas Groh sorgt und welchen Reiz eine Traineraufgabe im Männerbereich für ihn hat, erfahrt ihr in unserem ausführlichen Interview.



Hans, wie ergeht es dir aktuell in der fussballfreien Zeit?


Es mag komisch klingen, aber eigentlich kann ich die Zeit ohne den Amateurfussball genießen. So viel Freizeit wie aktuell, hatte ich seit Beginn meiner Trainerlaufbahn bei Titania noch nie. Zwei Mal Training in der Woche plus Vor- und Nachbereitung, zusätzlich ein Spiel am Wochenende. Da ist man schon gut und gerne über 10 Stunden mit Fussball pro Woche beschäftigt. Nebenbei bleiben mir Klatschen von Britz oder so eine unglückliche Pokalniederlage wie gegen Zepernick kurz vor Schluss erspart. Es hat aktuell also auch durchaus seine Vorteile. Der große Fussball wird ja trotzdem gespielt. Also muss man nicht komplett auf das runde Leder verzichten. Nichts desto trotz freue ich mich natürlich trotzdem darauf, hoffentlich bald mit meiner Truppe wieder auf dem Platz zu stehen.



Wie haltet ihr als Trainer derzeit den Kontakt zur Mannschaft?


Viel Kontakt herrscht ehrlich gesagt nicht. Wir sind auf den herkömmlichen Wegen natürlich erreichbar, aber es sind keine Online Trainingseinheiten oder regelmäßige Videochats angesetzt. Das letzte Mal haben wir die meisten Kinder kurz vor Weihnachten gesehen und da hatte ich nicht den Eindruck, dass uns die Kinder lange da behalten wollten. Wahrscheinlich war die Angst vorm Weihnachtsmann doch noch zu groß.



Wie würdest du die Stimmung innerhalb der Mannschaft beschreiben?


Zur Stimmung kann ich dementsprechend nicht viel sagen. Nur so viel: bis jetzt hat noch kein Kind bei uns angerufen und wollte ein paar Anweisungen durch den Hörer gebrüllt bekommen. Ich glaube die Ruhe vor den Trainern tut den Kindern auch mal ganz gut. 



Du hast selbst in der Titania Jugend und im Männerbereich gekickt bis dich eine schwere Knieverletzung zurückgeworfen hat. Wie schwer war diese Zeit für dich?


Die Zeit damals war natürlich eine absolute Vollkatastrophe. Ich hatte gerade meine erste Saison im Männerbereich hinter mir und bin mit großen Ambitionen in die neue Saison gestartet, dass dann gerade im ersten Saisonspiel mein Knie verletzt wurde, passte noch zur Tragik der Situation. Der Mannschaft dann beim Spielen zuzuschauen, war schon eine Art von Selbstgeißelung. Zu sehen, wie die Jungs gemeinsam gejubelt, gemeckert oder gefightet haben und man selbst war zufrieden gerade einen Schritt ohne Krücken hinzubekommen war echt hart. Letztlich sind am Tag der Verletzung auch viele meiner Träume geplatzt. Einmal mit den Kumpels aufsteigen, davon haben wir alle irgendwie geträumt. Das es dann am Ende für viele geklappt hat, war auf der einen Seite natürlich wunderschön, aber auf der anderen für mich auch ziemlich bitter. Am meisten vermisst man natürlich das Zusammengehörigkeitsgefühl. Das ist wirklich durch nichts zu ersetzen. Deshalb kann ich über die Einstellung mancher Spieler manchmal nur den Kopf schütteln. Für ein paar Jahre als Spieler würde ich echt vieles geben.



Kribbelt es auch nach so vielen Jahren noch hin und wieder in den Füßen?


Absolut! So ganz verliert man die Liebe zum Ball doch nie. Wenn irgendwo auf der Straße ein Stein liegt, dann wird der natürlich im Stile einer Kevin Ehlers Flanke auf die andere Straßenseite geschossen. Manchmal darf ich auch im Training den ein oder anderen Ball Richtung Tor bolzen, aber irgendwann muss ich dann doch aufpassen nicht den Respekt meiner Spieler zu verlieren, wenn der zehnte Versuch von Torhüter Romeo immer noch mit einem Gähnen pariert wird.



Wie kam es dazu, dass du letztendlich den Weg als Trainer eingeschlagen hast?


Damals kam Stephan auf mich zu und hat gefragt, ob ich bereit wäre eine Mannschaft interimsmäßig zu übernehmen. Die Jungs waren damals älterer E-Junioren Jahrgang und haben quasi, so wie ich auch, ihre ersten Schritte gemacht. Am Ende der Saison blieb ich im Amt, was nicht wirklich am sportlichen Erfolg, sondern viel mehr an mangelnden Alternativen auf der Trainerposition lag. Die Mannschaft durfte ich dann bis zum Ende der D-Junioren begleiten. Im Nachhinein betrachtet muss ich dem Verein bzw. Stephan super dankbar sein dieses Vertrauen bekommen zu haben. Einige Spieler von damals haben ihre sportliche Karriere fortgesetzt und konnten Erfahrungen auf Landesebene sammeln. Sollte einer von den Jungs mal bei unseren Männern landen, könnte ich wohl als glücklicher Mann sterben. Charakterlich und sportlich waren das schon feine Kerle.



Wie schätzt du eure aktuelle Mannschaft in fussballerischer Hinsicht ein?


Meine Mannschaft schwankt doch ziemlich zwischen Genie und Wahnsinn. Wenn ich da an das Britz Spiel denke, da bekomme ich heute noch Alpträume. Wenig später können wir mit Glück zu Hause gegen Biesenthal gewinnen, ein Unterschied wie Tag und Nacht. Tendenziell würde ich schon behaupten, dass wir zumindest in der 1. Kreisklasse zu den spielstärkeren Teams gehören.



Mittlerweile unterstützt dich Thomas Groh als Co-Trainer an der Seitenlinie. Gibt es in eurem Trainerteam eine klare Aufgabenverteilung?


Thomas ist eine riesen Hilfe und macht tolle Arbeit. Dafür kann man ihm nicht oft genug danken, wenn man sein Pensum betrachtet. Training dienstags und freitags mit den Junioren, mittwochs mit den Männern, am Samstagvormittag Spiel mit den Junioren und nachmittags dann mit den Männern. Nebenbei pflastert er noch die Einfahrt von seinem Haus. Wann schläft der Mann eigentlich? Thomas hat im Training meist den aktiven Part. Regelmäßig muss er auch mittrainieren, wenn die Zahl der Teilnehmer nicht passt. Dadurch bekomme ich immer ziemlich schnell ein Feedback, wie die Übung so ankommt, was sehr hilfreich ist. Die überragende Hinrunde von ihm bei den Männern dieses Jahr zeigt, dass doch nicht alles verkehrt ist, was wir so im Training machen. Ansonsten bringt er sich gut mit Verbesserungsvorschlägen und Lösungsansätzen ein. An der Seitenlinie ist er der ruhende Pol, der eher mal einen klaren Kopf behält und mich dann auch mal zur Seite nimmt und meint: "du Hans der Schiri hatte Recht". Generell ist die Zusammenarbeit sehr fruchtbar und ich glaube alle profitieren davon.



Jeder weiß, dass du stets eine klare Linie fährst. Wie schwer fällt es dir als Trainer auch mal unpopuläre Entscheidungen zu treffen?


Unpopuläre Entscheidungen gehören einfach zur Stellenbeschreibung eines Trainers dazu. Man kann es nie allen recht machen. Generell wissen es alle anderen natürlich immer besser. Gewinnt man ein Spiel, war die Mannschaft gut drauf und hat ein tolles Spiel gezeigt. Wird verloren, dann war die Mannschaft falsch eingestellt oder das Training falsch. Eigentlich ist man immer der Doofe. Ich glaube wichtig ist einfach, dass man eine Vorstellung von dem Fußball hat, den man sehen will und dass man seiner Linie treu bleibt und nicht ständig alles ändert. Natürlich kommen nicht alle mit meiner Art zu coachen klar, aber auch hier muss ich dem Verein sehr dankbar sein. Bisher habe ich bei allen Entscheidungen Rückendeckung erhalten, was das Ganze natürlich viel einfacher für mich macht. 



Man kennt dich außerdem als besonders ehrgeizigen Typen. Gibt es konkrete Ziele für deine weitere Trainerlaufbahn?


Das stimmt, ich bin ein sehr eigeiziger Typ. Den selben Ehrgeiz erwarte ich auch von meinen Spielern, ansonsten funktioniert das Ganze über kurz oder lang einfach nicht. Ich bin damals angetreten mit dem Ziel einmal ganz oben zu stehen. Das haben wir mit dem Staffelsieg der F-Junioren geschafft. Bei der Zielsetzung muss man dennoch realistisch bleiben. Ich glaube von weiteren Platzierungen an der Tabellenspitze zu träumen, wäre einfach zu vermessen. Wir haben einen Kader von 9 Spielern. Andere Teams haben 30 Spieler und mehr im Kader. Die Leistungsdichte, die Vielfalt und Auswahlmöglichkeit an Spielermaterial ist einfach nicht zu kompensieren. Der Staffelsieg damals wird ein einmaliger Erfolg bleiben, alles andere wäre Träumerei. Das nächste Level erreicht man als Trainer nicht bei Titania Kruge, so viel sollte klar sein. 



Reizt dich eventuell eine Aufgabe im Männerbereich?


Vor ein paar Jahren hätte es ja schon fast mit einer Stelle im Stab von Herrn Prüßing geklappt. Damals war ich noch nicht bereit für eine Aufgabe im Herrenbereich. Aktuell würde ich diese Aufgabe durchaus als sehr reizvoll empfinden. Vielleicht ruft ja auch die SGD mal durch...



"Titania bedeutet für mich …"

 

Titania bedeutet für mich Verantwortung!



Hans, starke Statements! Ich glaube wir sind uns innerhalb des Vereins einig, dass wir alles dafür geben werden, dich als Trainer in unserem Verein zu halten. Bis bald auf dem Platz.






 



Die letzten Tage vor dem Jahreswechsel nutzen wir für ein weiteres Titania Gespräch. Dieses Mal stand uns mit Oliver Bobermin ein Spieler der Männermannschaft Rede und Antwort, der seit kurzem auch das Amt des Vereinsvorsitzenden bekleidet. Warum er bei Lagerfeuer und Bier den Weg zu Titania fand, was den Verein seiner Meinung nach besonders auszeichnet und wo er den Hebel als neuer "Chef" ansetzen möchte, erfahrt in unserem ausführlichen Interview.



Oli, wir wollen das Thema Corona heute bewusst außen vor lassen und uns anderen Dingen widmen. Zu Beginn: du bist seit 2018 Mitglied beim Sportverein Titania. Wie hast du den Weg nach Kruge gefunden?

 

Das ich mal in Kruge Fussball spiele und Sportgeschichte schreibe, ist schon ein kleines Wunder. Viele großartige Zufälle haben das ermöglicht. Die Geschichte fängt schon sehr viel früher an, mit dem Kennenlernen einer großartigen Frau, mit der ich nun schon 12 Jahre mein Leben teile. Der Umzug nach Beerbaum 2010 und die Geburt unseres Sohnes Romeo im Jahr 2012, der nun seinen Vater etwas fordert und ihn in Bewegung hält. Wie es so ist, lernt man durch die Kinder den einen oder anderen im Nachbardorf kennen. Romeo und Anton haben viel Zeit im Kindergarten miteinander verbracht und sind seitdem sehr gute Freunde. Bei Lagerfeuer und kühlem Bier erzählte mir Michael Garreis (Vater von Anton), dass er wieder sportlich aktiv werden möchte und mit dem SV Titania Kruge einen Verein in der Nachbarschaft ausfindig gemacht hat. Auch Romeo und Anton waren Feuer und Flamme und sind somit sehr schnell bei der F-Jugend von Titania gelandet. Es gab einige Zeit später eine Veranstaltung zum Kindertag, wo die Eltern der F-Jugend gegen die Kinder Fussball gespielt haben. Das Highlight des Tages war jedoch ein Spiel unserer Kids gegen die Männermannschaft. Als ehemaliger Fussballspieler habe ich es mir nicht nehmen lassen, bei den Kids mitzuspielen. Ich habe solch' einen Tag in meiner sportlichen Laufbahn noch nicht erlebt. Eine Männermannschaft zu erleben, die auf einen Schlag 15 Jahre jünger war und mit den Kindern auf Augenhöhe Fussball gespielt hat, war echt irre. Dem einen oder anderen von der Männermannschaft ist gleich aufgefallen, dass ich nicht ganz so talentfrei bin und dann hat Micha mich kurze Zeit später zum Training mitgenommen.    



Wie sah dein fussballerischer Werdegang bis zu deinem Wechsel nach Kruge aus?

 

Puh, da gab es schon einige Stationen in meinem Leben. Die genauen Zeitslots bekomme ich wahrscheinlich gar nicht mehr hin. Der Start war in jungen Jahren in dem Verein meines Vaters VFB Lichterfelde 1892. Nach kurzer Zeit kam es zu meinem ersten Wechsel zum heutigen RSV Eintracht 1949 e.V. Ich spielte somit viele Jahre in Kleinmachnow. Der vorerst letzte Wechsel war dann zum Teltower FV 1913. Mit 21 Jahren habe ich beruflich einen Schritt nach Nürnberg gemacht und habe somit die Fussballschuhe zunächst zur Seite gestellt. Die Pause zog sich von 2004 bis 2010. Nach dem Umzug nach Beerbaum war mir aber schon klar, dass ich wieder gegen die Pille treten möchte. Dabei bin ich relativ schnell beim SV Biesenthal 90 e.V. gelandet. Erneut folgte eine Unterbrechung aus beruflichen Gründen, sodass ich wiederum von 2013 bis 2018 pausiert habe.  



Wenn man viele Jahre beim gleichen Verein kickt, was auf viele Titanen zutrifft, wird man auch ein wenig "betriebsblind". Welchen Eindruck hast du anfangs vom SV Titania vermittelt bekommen?


Beeindruckt hat mich von Anfang an die Freude und die Leidenschaft. Der Slogan „Stolz und Treu“ trifft es perfekt. Der persönliche Einsatz und die Leidenschaft von einigen Personen ist beeindruckend. Der Zusammenhalt der Mannschaften, aber auch die großartigen Eltern und Fans die dahinterstehen, machen den kleinen Verein in meinen Augen sehr groß. 

Ich persönlich würde mich nach der Corona Krise sehr freuen, wenn wir in der Männermannschaft nicht nur in der Kabine näher zusammenrücken, sondern es auch im Privaten schaffen. Ich glaube wir sollten im Alter schon noch ein paar mehr Geschichten erzählen können.



Mit 38 Lenzen gehörst du zu den erfahrenen Kickern der Männermannschaft. Wie und wo siehst du deine Rolle innerhalb des Teams?

 

Ich sage es nicht gerne, aber das Alter ist spürbar. Die Minuten des Hinterherlaufens häufen sich. Die Schmerzen nach dem Training und dem Spiel mehren sich. Umso wichtiger ist es ein gutes Stellungsspiel zu haben, die Situationen richtig zu beurteilen und schnell genug zu reagieren. Wichtig ist die Mannschaft zu unterstützen und sich Unterstützung einzufordern. Ich persönlich bin schon jemand, der gern die Zügel in die Hand nimmt, die Richtung vorgibt und auch Verantwortung übernimmt. Aktuell ist das Vertrauen der Mannschaft vorhanden. Ich denke die Position des Liberos ist mir wie auf den Leib geschneidert, auch wenn es nicht mehr zeitgemäß ist. Ich freue mich aber über jeden Positionskampf um die Startelf.



Du bist innerhalb des Vereins insbesondere dafür bekannt, offen und ehrlich deine Meinung kund zu tun. Wo schlummert deiner Meinung nach innerhalb der Männermannschaft das größte Potential, welches bisher noch nicht ausgeschöpft wurde?

 

Der Wille und der Einsatz eines jeden Einzelnen im Spiel ist ungebrochen. Permanent an die Leistungsgrenze zu gehen, ist selbstverständlich. Ich denke durch definierte Trainingseinheiten können wir die Grenzen neu stecken. Dazu gehört die Teilnahme von uns, aber auch ein Trainingskonzept was uns puscht. Die Zeit miteinander ist wahnsinnig wichtig, daran sollten wir auch arbeiten.



Seit September 2020 bist du nun auch als Vorsitzender im Vorstand des Vereins tätig. Was hat dich dazu bewogen dort Verantwortung zu übernehmen und diese Position zu bekleiden?

  

Eine große Rolle haben die Mannschaftskameraden gespielt. Außerdem: wie geht es in den nächsten Jahren mit unseren Kindern weiter? Ich kann mich mit Stillstand nicht anfreunden und den Satz „es war schon immer so“ hinnehmen. Wir müssen aktiv werden, um den Verein am Leben zu halten. Wir müssen investieren/modernisieren und auch die Jugendarbeit ausbauen. Das fällt mir mit dem Hebel als Vorsitzender nun etwas leichter, aber klar auch mit der notwendigen Unterstützung des gesamten Vorstandes. Ich freue mich auf 2021! Wir haben viele großartige Ideen und werden ein neues Kapitel schreiben.



Welche Ziele hast du dir für deine Amtszeit gesteckt bzw. was möchtest du konkret verändern und umsetzen?

 

Wir haben das Ziel unser Vereinsheim zu modernisieren. Die Elektrik muss dringend erneuert werden. Die Fassade soll ein neues Gesicht bekommen. Wir möchten unter anderem ein Kassenhäuschen mit Fanshop installieren usw.

Klar lebt ein Verein auch von Mitgliedern und Sponsoren ... von beidem haben wir zu wenig! Auch daran gilt es zu arbeiten.

Die Betreuung der Mannschaften liegt mir sehr am Herzen. Unsere Männermannschaft sollte in der nächsten Zeit wieder unsere Vereinsfarben tragen. Die E-Jugend durchläuft eine starke Entwicklung und wächst tagtäglich. Hans Mühlenhaupt und Thomas Groh machen dort einen klasse Job. Dort brauchen wir dringend gute Spieler, um den Kader etwas aufzustocken. Die Eltern unserer E-Jugend möchte ich hier auch mal lobend erwähnen, die quasi alles möglich machen. Vielen Dank! Mit den Bambinis sind wir gerade gestartet. Auch dort ist viel Verantwortung und Unterstützung notwendig. Die Kids sind toll und haben jetzt schon eine beeindruckende Lernkurve.



Du hast das Thema Jugend bereits kurz angeschnitten. Dein Sohn Romeo kickt auch bei den E-Junioren der Titanen. Wie bewertest du die Jugendarbeit innerhalb des Vereins?

 

Es ist irre das Training, aber auch die Spiele unserer E-Jugend zu beobachten! Diese Ideenvielfalt, die Hans und Thomas an den Tag legen, unseren Kindern das Spiel beizubringen, ist echt erstaunlich. Der Erfolg spricht für sich! Das bedeutet für mich, ein großes Vorbild für die Männermannschaft, aber auch für die Bambinis. Wir müssen unbedingt als Verein davon profitieren.



Zusätzlich fungierst du als einer der Trainer der Bambinis. Aktuell nehmen unsere Jüngsten noch nicht aktiv am Spielbetrieb teil. Vielleicht kannst du mal einen kurzen Einblick in Bezug auf das Team geben. Wann trainiert ihr, wie viele seid ihr und was ist euer Ziel?

 

Die Gruppe wächst! Wir haben aktuell 10 Kinder, die sehr viel Spaß am Spielen haben und im Umgang mit dem Ball große Fortschritte machen. Wir Trainer bespielen dieses Feld mit Michael Garreis, Oliver Rau und meiner Personzu dritt. Es ist einfach nur ein Riesenspaß. Auch hier lautet der große Wunsch noch ein paar Kinder zu finden. Training findet, wenn es wieder möglich ist, jeden Mittwoch von 17:00-18:00 Uhr statt. Im Frühjahr werden wir das eine oder andere Freundschaftsspiel einstreuen, um ein Gefühl zu bekommen, wo unsere Bambinis im Vergleich zu anderen Mannschaften stehen. Ich denke auch, dass die Teilnahme an dem einen oder anderen Turnier möglich ist.



"Titania bedeutet für mich …"

 

Titania bedeutet für mich ein zweites zu Hause bei Freunden!



Oli, wir danken dir für deine sehr interessanten Antworten und den kleinen Ausblick in die, hoffentlich erfolgreiche, Zukunft des SV Titania! 









Der Spielbetrieb ruht derzeit deutschlandweit. Einmal mehr die Gelegenheit, um die Titanen zu Wort kommen zu lassen. Wir haben Mark Prüßing gebeten, die aktuelle Lage rund um das Thema Corona im Punkto Amateurfussball einzuschätzen. Außerdem verriet uns der Youngster der Männermannschaft im ausführlichen Interview wie er vom Bolzplatz direkt zu einem der renommiertesten Ausbildungsvereine der Region kam und welche Vor- und Nachteile es hat, der Sohn des Trainers zu sein.



Mark, der zweite Lockdown innerhalb eines Jahres bremst den Amateursport erneut ein. Wie vertreibst du dir aktuell die fussballfreie Zeit?


Sport war schon immer ein Teil meines Lebens. Von daher vertreibe ich mir auch jetzt noch meine Zeit mit sportlichen Aktivitäten. Nur halt nicht mehr gemeinsam auf dem Sportplatz, sondern alleine zu Hause.



Im Juni 2019 hast du dein Pflichtspieldebüt für Titania mit zwei Toren und zwei Assists überaus erfolgreich gefeiert. Die Corona Pandemie hat dir seit dem die Möglichkeit auf zahlreiche weitere Spiele genommen. Wie beurteilst du persönlich die Entscheidung, den Trainings- und Spielbetrieb vorerst wieder ruhen zu lassen?


Ich tue mich zwar schwer damit, dass der Amateurfussball lahmgelegt wurde und andere Aktivitäten weiterhin erlaubt sind, aber da meiner Meinung nach die Gesundheit an erster Stelle steht, kann ich diese Entscheidung durchaus auch nachvollziehen. Erst recht wenn man bedenkt, dass spätestens beim ersten Eckball ein Dutzend Spieler eng aneinander stehen und man aber gleichzeitig in jedem Geschäft eine Maske tragen bzw. 1,5 Meter Abstand halten muss.



Abschließende Frage zu dieser leidigen Thematik: Denkst du die aktuelle Saison wird vollständig absolviert?


Nein. Ich bin zwar kein Prophet, aber wenn sich das nur ansatzweise so verhält wie in diesem Jahr, haben wir spätestens im März den nächsten Lockdown und damit die gleiche Situation wie in der letzten Spielzeit. Dazu kommt, dass man nicht einmal geschafft hat, die Hinrunde komplett zu absolvieren. Ich hoffe natürlich, wie wahrscheinlich auch jeder andere Fussballfreund, dass es einen Weg gibt bzw. die Möglichkeit besteht, die Saison zu Ende zu spielen, aber wirklich glauben kann ich daran nicht. 



Kommen wir zum Sportlichen. In der Jugend hast du nicht nur für Titania, sondern auch für den FV Preußen Eberswalde, einem der renommiertesten Ausbildungsvereine der Region, gekickt. Wie kam der Kontakt dorthin zustande?


Zum damaligen Zeitpunkt hatte ich noch nie im Verein Fussball gespielt, sondern lediglich auf dem Bolzplatz in der Schule gekickt. Währenddessen haben alle meine Freunde bereits im Verein gespielt und so kam es dann dazu, dass mich ein Freund nach dem Kicken gefragt hat, ob ich nicht mit ihm im Verein spielen wolle. Daraufhin habe ich meinen Vater gefragt, welcher zugestimmt hat und so hatte ich schon am nächsten Tag ein Probetraining bei Preußen Eberswalde.



Welche Altersklassen hast du bei Preußen durchlaufen und wo lag damals der genaue Unterschied innerhalb der fussballerischen Ausbildung gegenüber anderen Vereinen?


Bei Preußen habe ich die E- und D-Jugend durchlaufen. Zuerst muss man natürlich sagen, dass man mehrmals die Woche Training hatte. So konnte man sich natürlich die Zeit nehmen, um bestimmte Themen wie zum Beispiel Ballsicherheit oder taktisches Verständnis zu verbessern. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass wir zu Beginn jeder Trainingseinheit eine Viertelstunde mit dem Ball in ein 5 x 5 Meter abgestecktes Feld mussten. Auch beim Torschusstraining wurde nicht nur "stumpf" auf das Tor geschossen, sondern vorher musste in Kombination stets eine fussballtechnische Aufgabe gelöst werden. Außerdem wurde vorausgesetzt, dass man an trainingsfreien Tagen die Dinge verbessert, welche im Training noch nicht funktioniert haben.



Nach einigen erfolgreichen Jahren hast du dich dann mit Titania deinem Heimatverein angeschlossen. Was war dafür ausschlaggebend?


Es war für mich nie die Frage ob, sondern wann ich für Titania auflaufe. Aber einer der ausschlaggebenden Punkte war mein Vater. Er hat schon immer für Titania gelebt und das bekommt man natürlich auch schon als kleines Kind mit, sodass ich schon in jungen Jahren ein positives Gefühl hatte, wenn es hieß: Heute fahren wir zum Sportplatz! Dazu kommt natürlich auch, dass ich trotz allem jederzeit bei den Titanen mittrainiert habe und somit auch schon immer ein gutes Verhältnis zur Mannschaft hatte.



Bei der Männermannschaft läufst du nun unter deinem Vater auf. Welche Vor- und auch Nachteile sind damit verbunden?


Ein ganz klarer Vorteil ist das persönliche Verhältnis zum Trainer. Ich musste mir nie Sorgen darüber machen, ob ich mit dem Trainer menschlich gut zurecht komme, da ich mit ihm schon mein ganzes Leben zurecht gekommen bin. Hinzu kommt, dass ich ganz anders auf, sowie neben dem Platz mit ihm kommunizieren kann. Die Art und Weise kennt man ja schon von zu Hause aus dem Wohnzimmer. Andersherum wird man nie obkjektiv betrachtet. Man ist und bleibt stets der Sohn des Trainers. Aber der größte Nachteil ist, dass man immer eine Stunde vor allen anderen Spielern auf dem Sportplatz ist (lacht).



Wechseln wir zum aktuellen Saisongeschehen. Hinter eurer Mannschaft liegt ein enorm schwerer Saisonstart mit lediglich 3 Punkten aus den ersten 5 Partien. Warum brauchte das Team in dieser Spielzeit so lange, um in Tritt zu kommen?


Ehrlich gesagt, kann ich es mir selber kaum erklären. Wir sind super mit einem 5:0 Heimerfolg gestartet. Dann kassiert man zwei Niederlagen gegen zwei Mannschaften aus den aktuellen Top 3. Diese beiden Rückschläge haben uns dann in einen Negativstrudel verfrachtet, aus dem wir uns auch anschließend zunächst nicht befreien konnten. Allerdings konnten wir uns dann auch wieder aufrappeln und eine Siegesserie hinlegen, was der Mannschaft, aber auch unserem Punktestand sehr gut getan hat.



Persönlich konntest du dich mit einem Tor und einem Assist bisher zweimal in die Scorerliste eintragen. Wurde dein Potential damit bereits ausgeschöpft oder siehst du Steigerungsmöglichkeiten?


Mehr geht natürlich immer. Ich bin schon immer sehr kritisch mit meinen eigenen Leistungen umgegangen, von daher wäre für mich persönlich mehr drin gewesen. Dabei darf man aber auch nicht vergessen, dass das Team an erster Stelle steht und ich meine persönlichen Statistiken stets hinten anstelle. Ich würde sagen: Potential angekratzt.



Der Klassenerhalt wurde vom Trainer als oberstes Saisonziel ausgegeben, dem sich alle unterzuordnen haben. Unabhängig vom weiteren Saisongeschehen, welches Ziel hältst du für realistisch?


Der Klassenerhalt sollte in jedem Fall an oberster Stelle stehen. Dennoch denke ich, dass wir durchaus gute Chancen auf einen Mittelfeldplatz haben. Vorausgesetzt wir spielen weiterhin so wie in den letzten Partien und konzentrieren uns auf unsere Stärken.



Zum Abschluss der Klassiker. Vervollständige den Satz "Titania bedeutet für mich …"


Titania bedeutet für mich Familie!



Mark, wir danken dir für deine Zeit und deine ausführlichen Antworten. Wir hoffen, dass wir dich und das gesamte Team bald auf dem Spielfeld wiedersehen!









Allmählich scheint wieder etwas Normalität in den Amateur-Fussballalltag einzukehren. Höchste Zeit, um mal wieder in das Team der Kruger Männermannschaft hinein zu hören. Dieses Mal stand uns mit Patrick Peschke ein waschechter Titane Rede und Antwort. Wie der Linksfuß die abgelaufene Spielzeit einordnet, warum er mittlerweile ein Titania-Urgestein ist und aus welchen Gründen er früher sogar für den Verein getrommelt hat, erfahrt ihr in unserem ausführlichen Interview.



Patrick, die Corona Fussballpause scheint sich vorerst mehr und mehr dem Ende entgegen zu neigen. Was hast du in dieser Zeit, im Hinblick auf den Fussball, am meisten vermisst?


Um ehrlich zu sein, die ganzen anderen ''Jummihunde". Mit den Meisten bin ich auch privat gut befreundet. Durch die unterschiedlichen Arbeitsorte und -zeiten sieht man sich oft leider nur noch beim Fussball. Da fehlt einem schon allein das Zusammensitzen und dummes Zeug reden. Natürlich aber auch das Spielen an sich. Aufgrund der Corona Maßnahmen war das Privatleben ja fast bis auf Null beschränkt und man war nur noch arbeiten. Da freue ich mich jetzt umso mehr darauf, dass es endlich wieder losgeht und wir unserem geliebten Hobby nachgehen können.



Zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs und mit der abschließenden Wertung der Spielzeit stand die Mannschaft auf dem 7. Tabellenplatz. Wäre dieses Ergebnis deiner Meinung nach auch unter "regulären Bedingungen" zum Saisonende möglich gewesen oder trügt die Platzierung ein wenig?


Ich denke, dass dieser Platz auch unter regulären Bedingungen möglich gewesen wäre. Wir sind gut aus der Winterpause gekommen und hätten wir weiterhin an die Leistungen der Hinserie angeknüpft, wäre mit etwas Glück vielleicht sogar eine noch bessere Platzierung bei den engen Abständen drin gewesen. So haben wir unser Saisonziel erreicht, leider hängt darüber aber der Schatten des Saisonabbruchs und jeder kann denken, wir stünden zu Unrecht da.



Mittlerweile steht auch die neue Spielzeit wieder in den Startlöchern. Während eure Elf weitesgehend unverändert und im Kern erhalten bleibt, dreht sich bei anderen Vereinen fleißig das Wechselkarussell. Wie beurteilst du, als Ur-Titane, die heutige Moral vieler Spieler hinsichtlich dem Thema Vereinswechsel?


Es ist für mich völlig unverständlich und ich kann da nur den Kopf schütteln. Wir spielen in einer der untersten Ligen. Zu wechseln, nur weil man in einem anderen Team vielleicht etwas erfolgreicher am Ende der Saison dastehen kann, macht für mich keinen Sinn. Es ist ein Hobby und da sollte der Spaß im Vordergrund stehen. Viele mit denen ich zusammenspiele, kenne ich schon von klein auf, ob es aus der Schule bzw. sogar dem Kindergarten oder aus sämtlichen Jugendklassen ist. Diese Verbundenheit und mit meinen Freunden mein Hobby teilen zu können, ist für mich das Wichtigste daran. Aber genau das macht unseren Verein aus und auch so anders als andere. Darum fühle ich mich hier auch so wohl. Leider hat eine Sportschau Recherche erst kürzlich gezeigt, dass schon in den untersten Ligen Geld eine Rolle spielt. Das sollte nicht sein.



Mit Mark Prüßing, Oliver Rau, Alexander Petzold und anderen rückten in den vergangenen Jahren vermehrt Spieler aus der eigenen Jugend in die Männermannschaft nach. Auch du bist damals als 18-jähriger Jungspund in die Männermannschaft gekommen. Welche Unterschiede erkennst du zwischen der damaligen und der heutigen Generation?


Ich sehe da keine großen Unterschiede. Damals hatte ich persönlich den Vorteil, dass wir eine A-Junioren Mannschaft hatten und ich schon zeitgleich ein Jahr lang bei beiden Mannschaften spielen konnte. So hatte ich die Möglichkeit, mich schon an die Männerklasse zu gewöhnen. Die Jüngeren von heute haben diese Möglichkeit nicht und kamen aus einer Pause zu uns und so dauert die Eingewöhnung etwas länger, weil einen Unterschied zwischen Junioren und Männer gibt es auf alle Fälle. Aber alle haben sich inzwischen super integriert und eingelebt und bringen enorme Qualität mit. Ich finde es vor allem toll, dass sie wieder dort hingekommen sind, wo sie das Fussball spielen erlernt haben und damit auch die Zukunft unseres Vereins sichern.



In deinen Anfangsjahren hast du noch mit Fussballgrößen wie Benjamin Ratheike, Sven Schulz oder Kai Fieleke, um nur einige zu nennen, zusammen gekickt. Wie beurteilst du das damalige fussballerische Niveau im Vergleich zu heute?


Da sind gleich die richtigen Namen gefallen. Sven Schulz war für mich einer der besten Spieler den wir je hatten, wenn es um technische Qualität und Spielübersicht geht. Benjamin Ratheike könnte man, bis auf den Körperbau, heute mit Robert Lewandowski vergleichen. Er hat vorne jeden Ball festgemacht und den gewissen Torriecher hatte er auch. Was er bis heute auch nicht verlernt hat, das kann ich bestätigen. Kai Fieleke war ein sehr guter Verteidiger, der körperlich sehr robust verteidigt hat. Alles in allem habe ich von ihnen und auch den anderen Größen damals viel gelernt. Als Juniorenspieler haben wir uns immer die Männerspiele angeschaut und sie bewundert. Haben sie probiert zu motivieren und zu unterstützen, sogar mit einer Trommel. Für mich war es ein riesen Moment, als ich mit ihnen spielen durfte und eine große Ehre. Das fussballerische Niveau ist aber heute genauso gut wie damals. Daran haben vor allem auch die jungen Spieler großen Anteil. Zwischenzeitlich hatte ich ein wenig Angst, weil unsere Jugendmannschaft zu meiner Zeit nicht gerade den ansehnlichsten Fussball spielte, dass es bei den Männern dann auch so wird, was sich aber nicht bestätigt hat.



Trainer Harald Müller war es damals, der dir den Spitznamen "Lahm" in Anlehnung an den damaligen Fussballprofi verpasste und dich als Verteidiger aufstellte. Eine Rolle mit der du dich heute noch identifizierst?


Ja, ich fühle mich auch heute noch sehr wohl auf dieser Position. Muss aber auch gestehen, dass ich gerne etwas weiter vorne spiele. Ich möchte am Spielgeschehen und Spielaufbau aktiv beteiligt sein. Aufgrund unseres Systems und wir daraus folgend als Außenverteidiger Manndeckung spielen, ist die Beteiligung bei Ballbesitz eher gering. Deshalb spiele ich eigentlich noch lieber eine Reihe weiter vorn. Am Wichtigsten ist mir aber überhaupt zu spielen und der Mannschaft, egal auf welcher Position, zu helfen. Wenn ich mal nicht spiele, wurmt mich das. Diesen Ehrgeiz habe ich.



Wir wollen uns ganz speziell mit einem der jüngsten Vereinserfolge, dem Aufstieg im Jahr 2016, befassen. Was hat dir persönlich dieser Aufstieg bedeutet?


Der Aufstieg bedeutet mir persönlich sehr viel und vor allem Teil davon gewesen zu sein. Ich habe es immer als Traum und Ziel gehabt, einmal aufzusteigen und eine riesen Aufstiegsfeier zu machen. Dies hatte sich in diesem Jahr erfüllt und darauf bin ich mächtig stolz, dass wir dies geschafft haben.



Welche Erinnerungen hast du noch an den Saisonverlauf?


Am Anfang der Saison hat keiner von uns den Gedanken an einen Aufstieg verschwendet. Wir hatten schwierige Jahre hinter uns. Ob es Spielermangel war oder auch schlechte Leistungen und Ergebnisse. Es stand schon die Frage im Raum, ob wir die Mannschaft abmelden. Sogar eine Fusion mit Beiersdorf wurde angesprochen. Aus damaliger und aus heutiger Sicht ist es zum Glück dazu nicht gekommen. Wir sind gut in die Saison gestartet und mit zunehmender Zeit und positiven Ergebnissen stieg auch das Selbstvertrauen. Wir haben uns dann nach der Winterpause einen Vorsprung erarbeitet und diesen auch nicht mehr hergegeben. So konnten wir dann auch relativ früh den Aufstieg unter Dach und Fach bringen. Leider verblassen mit der Zeit die Erinnerungen an jedes einzelne Spiel von dieser Saison.



In den Jahren zuvor sah es alles andere als nach Aufstieg aus. Warum konnte die Mannschaft ausgerechnet in dieser Saison so durchstarten und am Ende den Aufstieg feiern?


Die jungen Spieler Florian Neumann und Alexander Petzold hatten sich an den Männerbereich gewöhnt und konnten voll durchstarten. Waldi hat uns mit seiner Erfahrung und robusten Spielweise enorm weitergeholfen. Einfach alle haben in diesem Jahr überragende Leistungen erbracht. So hatten wir auch mal das Glück des Tüchtigen und haben auch knappe Spiele für uns entschieden. Vor allem haben wir in diesem Jahr unsere Auswärtsschwäche abgelegt und konnten auch auf fremden Platz viele Punkte mitnehmen. Es war für uns einfach eine super Saison, die wir am Ende mit dem Aufstieg gekrönt haben.



Nach dem Aufstieg hast du dir eine ca. 1 1/2 jährige Pause vom Fussball genommen. Was waren die Gründe?


In der ersten Halbserie nach dem Aufstieg habe ich gemerkt, dass irgendwie die Luft raus ist. Zu diesem Zeitpunkt musste ich noch am Wochenende arbeiten. Dadurch war keine Zeit für meine anderen Hobbies. Es war so ein Gefühl "du musst jetzt zum Fussball". Die Freude daran war nicht mehr da. Ich weiß nicht, ob es am Aufstieg lag und das sich damit mein Traum erfüllt hatte. In der Winterpause habe ich dann für mich die Entscheidung getroffen, mit dem Fussball aufzuhören und mir auch damit mehr freie Zeit zu verschaffen. Irgendwann fing es dann wieder an in den Beinen zu jucken. Erik Papenfuß hat mich dann im Sommer 2018 überredet einfach mal zum Vorbereitungsspiel mitzukommen und mal wieder zu gucken wie es ist. Nach diesem Spiel wollte ich dann unbedingt wieder spielen. Ab diesem Moment bis heute ist die Vorfreude auf Training und auf's Spiel wieder genauso groß, wie als kleiner Junge in der Jugend. Ich bin sehr dankbar, dass ich nach meiner Pause wieder so herzlich im Verein aufgenommen wurde. Ein besonderer Dank gilt aber Erik: "Danke Lothar".



Neben Patrick Derwanz und Marcel Stegemann zählst du mit Anfang 30 zu den dienstältesten Titanen. Setzt du dir noch Ziele und wenn ja, welche?


Ich bin immer noch ehrgeizig und setze mir Ziele. Als erstes möchte ich, so lange wie möglich, verletzungsfrei spielen können und vielleicht Waldi seinen Altersrekord brechen. Mit ein bisschen Glück steigen wir vielleicht auch noch einmal auf und können die unvergessene Feier wiederholen. Träumen ist ja erlaubt.



Vervollständige den Satz "Titania bedeutet für mich …"


Titania bedeutet für mich anders zu sein als andere.



Patrick, herzlichen Dank für das sehr informative Gespräch. Wir wünschen dir und deiner Elf einen erfolgreichen Start in die neue Spielzeit.


Zum Ende möchte ich mich noch bei den Familien, Frauen und Freundinnen dafür bedanken, dass sie uns allen so viel Verständnis entgegen bringen. Nur dadurch können wir unser geliebtes Hobby, was auch enorm viel Zeit in Anspruch nimmt, so ausüben, wie wir es machen. Vielen Dank!









Der Rückrundenauftakt naht. Pünktlich zum Beginn der Vorbereitung auf die anstehende Rückserie haben wir uns mit Thomas Groh unterhalten. Der Spielmacher gab uns einen Einblick in seine fussballerische Vergangenheit. Außerdem bezog der Mittelfeldakteur Stellung zu seinem besonderen Ruf auf dem Platz und seine neue Herausforderung als Co-Trainer der E-Junioren.



Thomas, die Winterpause zieht sich noch bis Anfang März. Zeit für die Hallensaison. Bist du persönlich Fan vom Hallenfussball?


Ja, ich mag den Hallenfussball sehr gern. Gerade unter dem Hallendach sind technische Fähigkeiten gefragt, was meiner Spielweise entgegenkommt. Hier kann man nicht dem Platz oder dem Untergrund die Schuld geben, wenn der Ball mal nicht da landet, wo er landen sollte. Außerdem bereitet mir insbesondere das temporeiche Spiel auf dem kleinen Feld viel Spaß.



Eine abwechslungsreiche Hinrunde liegt hinter euch. Wie beurteilst du persönlich die Hinserie eures Teams?


Wir sind wirklich stark gestartet. Einen besseren Saisonauftakt kann man sich kaum wünschen und wohl kein Titane hat vorher damit gerechnet. Wobei man sagen muss, dass wir zu dieser Zeit auch das Glück voll und ganz auf unserer Seite hatten. Dieses verließ uns in der Folge aber und plötzlich war die Leistung der Mannschaft in einigen Spielen auch einfach nicht gut genug, um etwas zählbares mitzunehmen. Im Großen und Ganzen haben wir in der Hinrunde wichtige Punkte geholt und stehen aktuell auf einem guten 8. Tabellenplatz. Nun heißt es in der Winterpause ordentlich zu trainieren, uns das abhanden gekommene Glück für die Rückserie zurück zu erarbeiten und mit geschlossenen Mannschaftsleistungen so viele Punkte wie möglich zu sammeln.



Du spielst bereits seit der C-Jugend für Titania. Wie bist du zum Volkssport Fussball gekommen?


Bereits im Kindergarten und in der Schule habe ich Fussball gespielt. In wirklich jeder Pause haben wir gezockt, wobei auch mal ein Schuh in der Scheibe eines Klassenzimmers gelandet ist. Kaum zu Hause angekommen, wurde die Schultasche in die Ecke gestellt und wir sind zum Bolzen rausgegangen. Bei schlechtem Wetter habe ich mit Freunden den legendären Fussball Manager oder FIFA am PC gespielt. Mein ganzes Leben dreht sich somit schon um die Leidenschaft Fussball.



In den vielen Jahren bei Titania hast du schon so einiges erlebt. Welche Momente zählen zu deinen ganz eigenen Highlights?


Während dieser langen Zeit gab es zahlreiche Höhepunkte. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir jedoch ein Spiel aus der Jugend beim FSV "Insel" Neuenhagen, damals noch auf dem Kleinfeld. Wir lagen zur Halbzeitpause mit 2:0 hinten. Zur zweiten Hälfte wurde ich eingewechselt und wir konnten das Spiel durch meine erzielten drei Tore noch drehen und schließlich mit 2:3 gewinnen. Auch der erste Sieg unserer Mannschaft beim international hoch geschätzten Höhenpokal und mein erster Titel als Torschützenkönig bei diesem Turnier erfüllten mich mit Stolz. Nicht zu vergessen natürlich die Meisterschaft und der damit verbundene Aufstieg in der Saison 2015/16. Dieser Titel war sicher für jeden Titanen das absolute Highlight in der jüngeren Vereinsgeschichte.



Auf dem Spielfeld giltst du für viele als bester Kicker bei den Titanen. Andere meinen, dass du dein Potential nicht ausschöpfst. Wie gehst du sowohl mit solchem Lob, als auch der Kritik um?


Ehrlich gesagt ist mir beides egal. Klar könnte man besser sein und mehr erreichen, wenn man in seiner Freizeit mehr investieren würde. Aber ich schaffe es auch nicht, nach der Arbeit den inneren Schweinehund zu überwinden und noch mehr zu tun. Der Spaß am Sport und das Miteinander in der Mannschaft bzw. im Verein stehen für mich im Vordergrund. Fussball ist und bleibt ein Hobby, um einfach von allem abschalten zu können.



Zudem trägst du auf dem Platz den Ruf des Heißsporns und Kartenkönigs. Ein berechtigter Titel?


Ja, dem muss ich wohl zustimmen. Wer mich kennt weiß, dass ich vom Wesen her überhaupt nicht so bin. Sobald ich auf dem Platz stehe, gehen aber die Pferde mit mir durch. Das ist eine dumme und nicht vorbildliche Eigenschaft von mir, die ich selbst nicht an mir mag. Oft überkommt es mich, wenn ich merke, dass es besser für uns laufen könnte. Meistens bin ich aber mit meiner eigenen Leistung unzufrieden. Ich weiß ja selbst, dass ich der Mannschaft mit meinem Verhalten nicht helfe und versuche mich bereits zu bessern.



In Kürze wirst du 30 Jahre alt. Welche persönlichen fussballerischen Ziele hast du dir noch gesetzt?


Vielleicht erziele ich nochmal ein Kopfballtor (lacht). Ansonsten denke ich von Saison zu Saison. Vielleicht schaffen wir es in einigen Jahren nochmal im oberen Feld mitzuspielen. Das liegt aber in der Zukunft. Wichtig ist das hier und jetzt und da geht es darum, viele Punkte gegen den Abstieg zu sammeln.



Mittlerweile rückt bereits die nächste Generation in der Kruger Männermannschaft nach. Wie siehst du die Entwicklung in den letzten Jahren bei Titania?


Ich sehe die Entwicklung ganz positiv. Wir sind ein kleiner Dorfverein und haben es dennoch geschafft, junge Leute für uns zu gewinnen. Wenn man sich in den umliegenden Vereinen umsieht, fällt auf, dass diese deutlich größere Probleme haben. Zudem gibt es immer mehr Spielvereinigungen, in denen sich zwei oder sogar noch mehr Vereine zusammenschließen, um überhaupt noch am Spielbetrieb teilnehmen zu können. Ich hoffe, dass wir darauf nie angewiesen sein werden und wir immer selbst über unser Handeln entscheiden können.



Inzwischen unterstützt du Hans Mühlenhaupt bei der Arbeit mit den E-Junioren und agierst dort als Co-Trainer. Welchen Reiz hat diese Aufgabe für dich?


In erster Linie möchte ich Hans unterstützen, der seine Aufgaben als Nachwuchscoach hervorragend meistert. Zudem hoffe ich, dass die Kleinen dem Fussball noch lange verbunden bleiben und sie später vielleicht sogar für unsere Männermannschaft auflaufen. So wie es ein weiser Mann damals bei uns tat (Anm. d. Red. Dieter Süßbier), möchte ich jetzt meinen Teil dazu beitragen, dass es für den Verein weiter vorwärts geht.



Vervollständige den Satz "Titania bedeutet für mich …"


Titania bedeutet für mich leidenschaftliche Hingabe für Verein und Fussball.

Im Übrigen wünsche ich mir nun ein Interview mit der Titania Legende Waldi Wirt (lacht).



Thomas, vielen Dank für deine Zeit und deine ausführlichen Antworten. Wir wünschen dir und deinem Team für den verbleibenden Saisonverlauf maximale Erfolge!








Die Hinrunde der Saison 2019/20 ist für unsere Männermannschaft Geschichte. Unser Angreifer Oliver Rau hat uns erzählt, wie er die aktuelle Spielzeit bis dato bewertet. Außerdem spricht der Stürmer über den ersten Rückschlag seiner jungen Fussballkarriere und welche persönlichen Ziele der Torjäger noch vor Augen hat.



Oli, die Hinrunde der Saison 2019/20 ist passé. Wie fällt dein Zwischenfazit für die aktuelle Saison aus?


Ich bin durchaus zufrieden mit der abgelaufenen Hinrunde! Ich hätte mir zwar gewünscht, dass wir als Team das positive Torverhältnis mit in die Rückrunde nehmen können, aber dazu fehlte uns hinten raus auch das Quäntchen Glück, sodass wir oftmals unnötige Gegentore bekommen haben. Mit den 19 Punkten bin ich trotzdem sehr zufrieden und darauf lässt sich aufbauen. Den einstelligen Tabellenplatz haben wir zudem erreicht und diesen gilt es bis zum Saisonende nicht mehr abzugeben.



Von den 19 erreichten Punkten wurden allerdings 13 in den ersten fünf Spielen eingefahren. Wie erklärst du dir den Leistungsabfall deiner Mannschaft zum Ende der Hinrunde?


Wir haben einen überraschend guten Saisonstart hingelegt und blieben in den ersten fünf Spielen ungeschlagen. Ich kann es mir nur so erklären, dass sich viele Akteure auf den bereits erreichten Erfolgen ausgeruht haben und anschließend die nötige Disziplin ablegten, die wir in den ersten Begegnungen an den Tag legten. Außerdem kommt noch dazu, dass wir in der Hinserie vom Verletzungspech verfolgt wurden, wodurch Trainer Prüßing oft rotieren musste. Ich persönlich habe mich verletzt und konnte dem Team in einer schweren Zeit nicht wirklich helfen. Wir konnten uns auch erst am letzten Spieltag wieder von dieser Phase befreien und haben so aufgespielt, wie wir es an den ersten fünf Spieltagen der Saison gemacht haben.



Du hast bereits den vor der Saison anvisierten einstelligen Tabellenplatz angesprochen. Wie lautet deiner Meinung nach die Zielstellung nach der absolvierten Hinrunde?


Wir sollten defintiv weiter nach vorn schauen und versuchen den 6. bis 7. Tabellenplatz in Angriff zu nehmen. Die Hinrunde hat uns auch gezeigt, dass in dieser Liga alles offen ist und bis auf die 2. Mannschaft aus Schönow gibt es auch keinen weiteren Überflieger. Es wird vermutlich die schwerste Saison für den SVT, da noch nicht genau feststeht wie viele Mannschaften am Ende der Saison absteigen. Deshalb sollten wir versuchen uns in der Rückrunde frühzeitig in der Mitte der Tabelle festzusetzen, um mit dem Abstiegskampf nichts mehr zu tun zu haben.



Für dich persönlich begann die Saison mit 7 Treffern in 5 Partien furios, bevor dich eine Verletzung zurückgeworfen hat. Wie bist du mit dieser ungewohnten Situation umgegangen?


Die Verletzung kam für mich in einem sehr unpassenden Moment. Ich war für mich persönlich sehr gut in die Saison gestartet und musste in der Begegnung gegen Ladeburg verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Es war eine sehr schwierige Situation für mich, da ich dem Team vorerst nicht weiterhelfen konnte und auch meine persönlichen Ziele dadurch auf der Strecke blieben. Für mich gilt es jetzt umso stärker in die Rückrunde zu starten und da anzuknüpfen, wo ich am 5. Spieltag aufgehört habe.



Seit deinem ersten Pflichtspiel für Titania Anfang 2017 hast du bereits über 40 Treffer markiert. Damit steigt natürlich auch die Erwartungshaltung an die eigene Person. Wie gehst du mit diesem Druck um?


Ich konnte dem Druck bis jetzt immer mit Toren und Torvorlagen entfliehen, da ich regelmäßig meine Torbeteiligungen liefere. Für mich persönlich gilt es in jeder Partie Tore zu machen und diese auch vorzubereiten, wenn das dann mal nicht klappt, muss ich damit leben. Sicher kommen dann auch die ein oder anderen Bemerkungen der etablierteren Spieler, mit denen ich dann natürlich klar kommen muss. So ist das im Fussball, es kann nicht jedes Spiel perfekt laufen.



Wie viele andere Titanen hast auch du die Kruger Jugendabteilung durchlaufen und bist weiterhin im Verein aktiv. Das trotz Anfragen anderer Vereine. Gab es jemals Wechselabsichten?


Nein, ich habe noch nie einen Gedanken daran verschwendet, den SVT zu verlassen. Für mich gibt es nur einen Verein, in dem ich Fussball spielen will und das ist und wird immer Titania Kruge bleiben. Die Atmosphäre und der Umgang miteinander sind besonders.



Welche Ziele hast du dir persönlich für deine fussballerische Zukunft gesteckt?


Ich persönlich möchte irgendwann mal Torschützenkönig in der Liga werden, um da hin zu kommen liegt jedoch noch ein weiter Weg vor mir! Ansonsten wäre es sehr schön nochmal mit dem SVT aufzusteigen (lacht), da ich den letzten Aufstieg nur als stilles Mitglied gefeiert habe und nicht als aktiver Spieler (Anm. d. Red.: Oliver Rau hat den damaligen Aufstieg sehr ausgiebig gefeiert). Es ist bestimmt nochmal ein geileres Gefühl, den Aufstieg zu feiern, wenn man auch auf dem Platz etwas dazu beigetragen hat.



Vervollständige den Satz "Titania bedeutet für mich ..."


Titania bedeutet für mich Familie!



Oli, wir danken dir für deine ehrlichen und ausführlichen Antworten und wünschen dir und dem Team eine erfolgreiche und vor allem verletzungsfreie Rückrunde!








Die ersten sieben Saisonspiele unserer Männermannschaft sind absolviert. Wir haben unseren Mittelfeldakteur Lukas Wieland um ein kurzes Zwischenfazit gebeten. Außerdem hat uns der Flügelspieler erklärt, welche Vorteile ihm der jahrelange Volleyballsport bringt und warum sein Bruder einen entscheidenden Anteil daran hat, dass er heute überhaupt für Titania kickt.



Lukas, du bist mittlerweile bereits das dritte Jahr bei Titania, hast mit dem Falkenberger SV und der SG Liepe allerdings die Jugendmannschaften anderer Vereine durchlaufen. Wie kam dein Wechsel nach Kruge zustande?


Mein Wechsel nach Kruge wurde beim Höhenpokal in der Saison 2016/17 entschieden und unter Dach und Fach gebracht. Nach dem wir für das alljährlich stattfindende Hallenturnier eine Falkenberger Mannschaft stellten und uns gut verkauften, war für mich klar, nach längerer Pause wieder mit dem Fussball anzufangen. Viele Alternativen kamen im Hinblick auf den Verein für mich nicht in Frage und da ich mit vielen Spielern aus der Mannschaft befreundet bin, fiel mir die Entscheidung für Kruge leicht.



Auch dein Bruder kickt für Titania. Welche Rolle spielt der Fussball in eurer Familie?


Meine Familie ist generell sehr sportinteressiert und verfolgt viele Sportarten. Der Fussball spielt aber für meinen Bruder und mich eine besondere Rolle. Ich denke nicht, dass ich als junger Bursche mit dem Fussball angefangen hätte, wenn ich nicht gesehen hätte, wie mein Bruder Woche für Woche auf dem Fussballplatz kickt.



Innerhalb der Mannschaft bist du vor allem für deinen Einsatz und deine Willensstärke bekannt. Was zeichnet dich deiner Meinung nach als Fussballer aus?


Ich versuche jede Woche auf's neue 100 % zu geben und der Mannschaft zu helfen. Ich denke es zählt zu meinen Stärken, dass ich zu keinem Zeitpunkt aufgebe und in jeder Situation die cleverste Entscheidung treffen will. Sicherlich gelingt mir das nicht immer, aber ich glaube durch meinen Einsatz und meine Willensstärke gelingt es mir häufiger, als jemandem der schon vorher abschaltet und den Ball oder das Spiel verloren gibt. Meine Vergangenheit als Volleyballer verschafft mir zudem einen Vorteil beim Kopfballspiel, da ich ein gutes Timing bei Standardsituationen besitze und gelegentlich auch den ein oder anderen Ball verwerte.



Wo siehst du noch persönliches Steigerungspotential?


Ich muss definitiv an den vorhandenen Aufgaben weiter wachsen und noch mehr Verantwortung übernehmen. Zu häufig hardere ich noch mit eigenen Fehlern und Fehlentscheidungen. Dadurch verschlechtert sich mein Spiel und es wirkt sich negativ auf die Mannschaft aus.



Du betonst stets, dass du dich als Rechtsfuß besonders auf der linken Außenbahn gut aufgehoben fühlst. Warum gibt diese untypische Position so viel für dich her?


Über die vergangenen Spielzeiten gesehen habe ich tatsächlich zumeist auf der linken Außenbahn gespielt, jedoch auch hin und wieder auf dem rechten Flügel. Die linke Seite bietet mir speziell als Rechtsfuß die Möglichkeit auch mal nach innen zu ziehen und den Torabschluss zu suchen. Das interessante an der Außenbahn ist allerdings die Vielseitigkeit. Man ist sowohl defensiv, als auch offensiv gefordert und darf keine der beiden Aufgaben vernachlässigen.



Nach einem guten Saisonstart musstet ihr zuletzt zwei Niederlagen hinnehmen. Welche der beiden Phasen spiegelt denn euer wahres Gesicht wieder und wie erklärst du dir den Ergebniswandel?


Durch den guten Saisonstart war die Stimmung bei Betreuer und Mannschaft auf einem sehr guten Level. Wir hatten speziell in diesen Spielen einen enormen Zusammenhalt im Team und auch das nötige Glück auf dem Platz. Viele Begegnungen haben wir erst in letzter Minute gewonnen oder entschieden. Darauf sollten wir aufbauen. Nach zuletzt zwei Niederlagen sollten wir jetzt auch nicht den Kopf in den Sand stecken und uns folgerichtig wieder schlichtweg auf unser Spiel konzentrieren. In meinen Augen waren es eher Kleinigkeiten wie Diskussionen mit dem Schiedsrichter oder Abstimmungsfehler auf dem Platz, die für die Punktverluste sorgten. Das gilt es abzustellen und dann kehrt auch unser wahres Gesicht aus den ersten fünf Spielen wieder zurück.



Prinzipiell scheint die Liga hart umkämpft zu sein. Welche Zielstellung hältst du für die Mannschaft als realistisch?


Das stimmt! Das ist dieses Jahr das schöne und auch das spannende. Gegen viele Mannschaften spiele ich dieses Jahr zum ersten Mal und kann mir daher noch kein Urteil über die "Neuen" erlauben. Aber auch bekannte Mannschaften haben sich verändert und teilweise personell umgestellt. Letzte Saison lautete die finale Zielstellung einen einstelligen Tabellenplatz zu erreichen, was uns auch gelungen ist. Wenn ich die Entwicklung und auch die gezeigten Leistungen des Teams sehe, halte ich ein Ergebnis zwischen Platz 4 und Platz 7 als realistisch. Auf jeden Fall einen besseren Tabellenplatz als letztes Jahr und träumen darf man ja schließlich auch (grinst).



Wie bereits erwähnt, kickst du bereits drei Jahre für Titania. Ein Bündnis mit Zukunft oder wie sehen deine fussballerischen Pläne aus?


Solange ich meinen Beruf in der Nähe, also im Raum Brandenburg, ausüben kann, werde ich auch für Titania Fussball spielen. Ob es durchgehend oder mit Unterbrechungen sein wird, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Wenn ich jedoch keinen Spaß mehr am Fussballspielen verspüre, höre ich definitiv auf. Da muss allerdings schon einiges passieren ...



Vervollständige den Satz "Titania bedeutet für mich ..."


Titania bedeutet für mich Leidenschaft!



Lukas, danke für deine Zeit und die sehr interessanten Antworten. Wir wünschen dir und dem Team für die verbleibende Hinrunde weiterhin viel Erfolg und eine starke Punkteausbeute.







Bevor unsere Männermannschaft in Kürze in die Vorbereitung auf die neue Spielzeit startet, haben wir uns noch mit Kapitän Alexander Petzold unterhalten. Dabei ging es unter anderem um die neu gesteckten Ziele der Titanen, seine ungewöhnliche Torquote als Rechtsverteidiger und seine Verbundenheit zum SVT.



Alex, die Sommerpause neigt sich allmählich dem Ende entgegen. Wie schätzt du die abgelaufene Saison rückblickend ein?


Meiner Meinung nach haben wir in der letzten Spielzeit einen großen Schritt in die richtige Richtung gemacht und das nicht nur fussballerisch. Wir konnten uns im Vergleich zur Vorsaison im Tabellenplatz, im Torverhältnis und auch in der Punkteausbeute steigern. Jetzt heißt es aber auch dran bleiben!



Wo siehst du aktuell noch die größte Baustelle in eurem Spiel?


Das ist eine schwierige Frage. Ich denke wir sind vielleicht in manchen Situationen nicht clever und kühl genug im Kopf, wodurch wir uns im Umkehrschluss teilweise selbst unnötig in Bedrängnis bringen. Aber das gilt nicht nur für einzelne Spieler, daran müssen wir alle zusammen arbeiten und ich bin mir absolut sicher, dass wir das auch zukünftig besser in den Griff bekommen!



Die vergangene Spielzeit war für dich persönlich in vielerlei Hinsicht eine besondere. Unter anderem war es deine erste Saison als Kapitän der Männermannschaft. Wie erging es dir mit der neuen Rolle und was hast du dir diesbezüglich für das nächste Jahr vorgenommen?


Ich muss zugeben, vor dem ersten Spiel war es natürlich ziemlich ungewohnt. Allerdings habe ich auch schnell gemerkt, dass ich mich sehr auf die neue Rolle freue. Ich hatte bereits seit längerer Zeit das Ziel, auf und neben dem Platz mehr Verantwortung zu übernehmen und so wird es auch künftig sein, denn ich habe nach meiner ersten Saison als Kapitän eindeutig gemerkt, dass ich in der Rolle noch einiges zu lernen habe.



Auch in Punkto Torausbeute hast du auf dich aufmerksam gemacht. Wie erklärst du dir deine Torgefährlichkeit als Verteidiger?


Sehr gute Frage, wenn ich darauf nur eine Antwort wüsste. Im Training treffe ich meist nicht mal das berühmte Scheunentor.



10 Tore als Verteidiger sind dennoch ungewöhnlich. Würdest du dich in der Offensive eventuell sogar besser aufgehoben sehen?


In der letzten Saison lief es für mich wirklich sehr gut vor dem gegnerischen Tor. Ich habe dabei immer auch als Verteidiger einen ziemlichen Vorwärtsdrang und klar wie die meisten Spieler, würde auch ich mich nicht beklagen, wenn ich weiter vorne spielen dürfte. Bei diesem Thema liegt das letzte Wort aber auch bei uns immer noch beim Trainer und er entscheidet letztendlich, wo er welchen Spieler am stärksten sieht.



Werfen wir einen Blick auf die kommende Saison. Eure Staffel ist mit den Auf- und Absteigern erneut stark besetzt. Welches realistische Saisonziel sollte sich die Mannschaft stecken?


Ich denke für uns als Mannschaft und den Verein muss es das Ziel sein, so schnell wie möglich einen Vorsprung auf die unteren Tabellenplätze aufzubauen, um zunächst einmal den Klassenerhalt zu sichern. Sollte das gelingen, bin ich der Meinung, dass ein einstelliger Tabellenplatz und eine Steigerung unserer Punkteausbeute ein realistisches und akzeptables Saisonziel für uns sind.



Welchen Beitrag willst du persönlich leisten?


Für mich geht es nicht nur darum, die Rolle des Kapitäns auszufüllen. Ich will vor allem meine Leistungen der letzten Saison nochmals bestätigen und den Jungs jederzeit helfen, unser gemeinsames Ziel zu erreichen.



Viele Spieler eurer Mannschaft sind bereits seit etlichen Jahren im Verein verwurzelt. Auch du hast bereits den Jugendbereich bei Titania durchlaufen und bist mittlerweile sogar schon 5 Jahre in der Männermannschaft aktiv. Warum kam bisher kein anderer Verein für dich in Frage und was macht Titania für dich aus?


Sicher spielt es eine entscheidende Rolle, dass ich in Kruge aufgewachsen bin. Dennoch waren andere Vereine für mich nie ein Thema, denn bei Titania passt für mich alles zusammen. Im Verein selbst herrscht eine absolut familiäre Atmosphäre und das ist nicht einfach nur so dahin gesagt. Jeder hilft dem anderen wo er kann. Wenn man so mitbekommt, was teilweise in anderen Vereinen um uns herum passiert, wird klar, dass das mittlerweile eine echte Besonderheit ist und man sowas nicht mehr oft vorfindet. Der SV Titania Kruge wird für mich immer besonders bleiben.



Alex, vielen dank für deine Antworten. Wir wünschen dir und euch als Team für die kommende Saison alles Gute und maximale sportliche Erfolge!




Mehr Interviews?

Auch in der neuen Saison wollen wir unsere Homepage möglichst interessant gestalten. Dafür wollen wir künftig auch immer wieder solche Interviews führen. Was haltet ihr von diesen Interviews?

  Klasse Idee, bitte mehr davon   Weg damit, die braucht kein Mensch